Kardinal Schönborn: "Bund Gottes" mit afrikanischen Völkern sehen
Apr 07, 2009
Wiener Erzbischof zelebrierte Gedenkmesse zum 20. Todestag des nigerianischen Priesters Aaron Ekwu, der in Wien als der "lächelnde Kaplan" bekannt wa
Wien (KAP) Die Bedeutung des "Bundes Gottes mit den afrikanischen Völkern" hat Kardinal Christoph Schönborn bei einer Gedenkmesse zum 20. Todestag des lange in Wien tätig gewesenen nigerianischen Priesters Aaron Ekwu (1936-1989) betont. Der Kardinal erinnerte bei der Gedenkmesse in der Kirche des Wiener Priesterseminars an die "tiefe Verwurzelung" des katholischen Glaubens in Nigeria und anderen afrikanischen Ländern. Dabei verwies er auf die Überlegungen des Theologen und Ratzinger-Schülers Barthelemy Adoukonou, der heute Generalsekretär der regionalen Bischofskonferenz des französischsprachigen Westafrika ist. Für Aaron Ekwu läuft in seiner Heimatdiözese Awka und in Wien (wo er 1965 von Kardinal Franz König zum Priester geweiht worden war) ein Seligsprechungsverfahren.
Schönborn, der ebenso wie Adoukonou dem "Schülerkreis" des heutigen Papstes angehört, betonte in Bezugnahme auf den afrikanischen Theologen, dass der Erfolg der Missionsbewegung im heutigen Ostnigeria (der Heimat Aaron Ekwus), als "Heimkehr Christi in sein Eigentum" gesehen werden könne: "Wenn Christus zu einem Volk kommt, dann kommt er in sein Eigentum". Aus dieser Sicht lasse sich erklären, warum der neue Glaube in wenigen Generationen tiefe Wurzeln fassen und lokale Heilige hervorbringen konnte.
Der Kardinal konzelebrierte die Gedenkmesse mit Priestern aus Österreich und Nigeria. Zahlreiche nigerianische Priester und Ordensfrauen sind in den Diözesen Wien, Eisenstadt und Linz tätig.
Aaron Ekwu, 1936 in Nigeria geboren, konnte dank eines Stipendiums in Wien Theologie studieren. Bis 1970 war er Kaplan in der Pfarre St. Johann Evangelist am Keplerplatz in Wien-Favoriten, wo er mit seinem liebenswürdigen und offenen Wesen einen großen Freundeskreis gewann. Ekwu galt als "der lächelnde Kaplan".
Erst nach dem Ende des Biafra-Krieges 1970 konnte Aaron Ekwu in seine Heimat zurückkehren. Bald nach seiner Ankunft in Nigeria wurde er zum Pfarrer ernannt. Neben seiner Seelsorge-Tätigkeit lehrte der Priester auch als Professor für dogmatische Theologie am Bigard Memorial Seminary in Enugu, bis er 1977 nach Los Angeles ging, dort einen akademischen Titel in Erziehungswissenschaften erwarb und zugleich Kaplan im kalifornischen El Segundo war. Nachdem er in seine Heimatdiözese Awka in Nigeria zurückkehrt war, wurde "Father Aaron" Pfarrer in Amawbia und Schulinspektor für den Religionsunterricht an den staatlichen Schulen. Zu Ostern 1989 verunglückte Ekwu tödlich.
Kardinal Schönborn besuchte im Jahre 2000 im Zuge seiner ersten Afrikareise sämtliche "Schauplätze" der Biografie Ekwus. Der Persönlichkeit Aaron Ekwus ist auch ein verstärktes Nigeria-Engagement der österreichischen Katholiken zu verdanken. Aus Österreich wurden bereits einige soziale, karitative und pastorale Initiativen in der Diözese Awka unterstützt. Eines der Projekte ist die neue "Aaron Ekwu Memorial Clinic" in Akpugoeze.