Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German Diskussion: „Herr Kardinal, waren Sie verliebt?
Mar 27, 2009
Wenn Christoph Schönborn und Gerti Senger über Sexualität diskutieren.

Wien. Es ist eine Publikumsfrage, die Christoph Schönborn schließlich überrascht: „Herr Kardinal, waren sie schon einmal verliebt?“ Und Schönborn überrascht selbst – mit einem „Ja“. Mehr will Österreichs oberster Hirte aber nicht preisgeben.

Überhaupt hat sich der Kardinal an diesem Abend ein wenig angespannt gezeigt: Das Diskussionsthema „Nirgends wird so viel gelogen wie in der Sexualität“, zu dem ihn Studenten der (katholischen) Akademie für Evangelisation am Mittwochabend in die Sky Bar geladen haben, ist nicht unbedingt das seine. Zurückgelehnt und sehr zurückgezogen sitzt Schönborn in einem Ledersessel, lächelt unverbindlich und hört zu, als Sexualtherapeutin Gerti Senger über Beziehungs- und Orgasmuslügen, über Täuschung und falsche Umfragen zum Thema Sexualität spricht. Man sieht ihm schon an, was er wenig später ausspricht: „Am liebsten würde ich dort hinten im Schatten sitzen statt hier im Rampenlicht.“


„Sexualität grundsätzlich positiv“

Mit Schönborn auf dem Podium sitzen neben Senger ein ehemaliger Starmania-Kandidat, der aus religiösen Gründen den Geschlechtsverkehr vor der Ehe ablehnt, und eine Studentin des Lehrgangs, die die Diskussion organisiert hat. Als der Kardinal zu Wort kommt, begibt er sich – angesprochen auf die Probleme der Kirche mit der Sexualität – auf vertrautes Terrain: „In der Bibel steht ,Gott schuf sie als Mann und Frau‘ – damit ist auch für uns als Kirche Sexualität grundsätzlich etwas Positives.“ Erst nach dem Sündenfall sei die Sexualität zu etwas Problematischem gemacht worden. Rund 150 Zuschauer, viele jung, hören interessiert zu, wie sich der Kardinal und die Sexualtherapeutin über den Stellenwert von Freundschaft, Liebe und Beziehungsarbeit austauschen, warten, dass Schönborn aneckt.

Das Gespräch bleibt aber auf einer sehr abstrakten Ebene, konkrete Fragen wie zu der Aufregung nach jüngsten Aussagen des Papstes über Aids und Kondome oder der Fall von Pfarrer Friedl, der seit Jahren mit einer Frau zusammengelebt hat, kommen nicht zur Sprache. Am Ende stellt Schönborn die Rolle der Kirche in der Sexualität wie die einer alleinerziehenden Mutter dar, die manchmal unangenehme Regeln aufstellt, damit es dem Kind gut geht. Senger ergänzt: „Und wie bei der Mutter halten sich die Kinder manchmal nicht an die Regeln.“ Der Kardinal lächelt, deutet ein vorsichtiges Nicken an. Und zeigt sich zum Abschluss selbstkritisch: „Wir – die Kirche – sollten weniger über die Themen unterhalb der Gürtellinie reden.“
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