Schönborn fordert: Linz soll handeln
Mar 14, 2009
WIEN. In der vorherrschenden Kirchenkrise sieht Kardinal Christoph Schönborn die Diözese Linz gefordert. Auch sind sich die Bischöfe nach der Vollversammlung einig, dass am Zölibat nicht gerüttelt wird.
Ein massiver Anstieg an Kirchenaustritten im Februar, Priester, die sich öffentlich zu ihrer Lebensgefährtin bekennen und ein umstrittener Gerhard Maria Wagner, der Linzer Weihbischof hätte werden sollen. Die katholische Kirche befindet sich in einer Krise. Das bestätigte am Freitag – einen Tag nach Ende der Bischofskonferenz in Innsbruck – auch Kardinal Christoph Schönborn. Er kommentierte die aktuellen Geschehnisse als „nicht unerhebliche innerkirchliche Turbulenzen“.
Linzer „Versöhnungsschritte“
„Wir haben bei der Frühjahrsvollversammlung dazu einen intensiven Meinungsaustausch geführt“, sagte Schönborn. Nach der Aufregung um den Windischgarstener Pfarrer Gerhard Maria Wagner, der schließlich von der Bischofsweihe zurückgetreten ist, seien jetzt vor allem in Linz Versöhnungsschritte angebracht. Wie berichtet, führte die angekündigte Ernennung Wagners zu Protestaktionen gefolgt von zahlreichen Kirchenaustritten. Zahlen konnte Schönborn keine nennen, „weil noch Details aus den Diözesen fehlen“.
„Es wird in der Diözese Linz konkrete Schritte geben“, kündigte Schönborn an. Welche das sein könnten, ließ er offen. Auch in Linz ist noch unklar, wie diese Schritte zur Versöhnung aussehen sollten. „Wir werden diese erst noch genauer erarbeiten“, verwies Diözesan-Sprecher Ferdinand Kain-eder auf weitere Termine wie die Dechantenkonferenz und den Priesterrat.
Zum Fall des Ungenacher Pfarrers Josef Friedl, der sich zu seiner Lebensgefährtin bekannt hatte, gab sich Schönborn wortkarg. Er verwies auf das für Montag angekündigte Gespräch von Bischof Ludwig Schwarz mit Friedl. Zur allgemeinen Frage des Zölibats fand Schönborn klare Worte: „Für Priester ebenso wie für alle anderen Menschen sind Treue und das Versprechen zur Treue tragende Werte in der Gesellschaft. Ein Nichteinhalten bringt auf Dauer keinen Segen.“