Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German "Ohne Stephanus kein Paulus"
Dec 26, 2008
Kardinal Schönborn lädt beim Stephani-Hochamt dazu ein, wie Stephanus Zeugnis für Jesus abzulegen

Wien, 26.12.08 (KAP) Die Verbindung zwischen dem Martyrium des "Erstmärtyrers" Stephanus und der Bekehrung des späteren Völkerapostels Paulus betonte Kardinal Christoph Schönborn beim Stephani-Hochamt im Wiener Stephansdom. Gerade im laufenden Paulus-Jahr sei zu bedenken, dass es "ohne Stephanus keinen Paulus gibt".

Paulus, der bei der Schilderung der Steinigung des Stephanus zum ersten Mal in der Bibel erwähnt wird, sei offensichtlich in dreifacher Weise durch das Zeugnis des "Erstmärtyrers" beeindruckt gewesen, sagte der Wiener Erzbischof: Stephanus war nach dem Bericht der Heiligen Schrift ein "strahlender Mensch", Paulus müsse sich die Frage gestellt haben, welche Glaubensüberzeugung diesen Stephanus so strahlen ließ. In den Glaubensdiskussionen konnte niemand der Weisheit des Stephanus widerstehen, es müsse Paulus, der damals noch ein Saulus war, bewegt haben, dass ein so gescheiter Mensch für Jesus ist. Was Saulus vielleicht am tiefsten getroffen habe, "war die Verzeihung, die Stephanus den Tätern gewährte, die ihn steinigten".

All dies habe Bedeutung auch für die suchenden Menschen von heute, betonte Kardinal Schönborn. Er erinnerte zugleich an das Wort des Gamaliel, dessen Schüler Saulus war: Gamaliel hatte im Hohen Rat dafür plädiert, die Anhänger Jesu freizulassen. Sein Argument war: "Wenn dieses Werk von Menschen stammt, wird es zerstört werden; stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten". Die Frage des Gamaliel müssten sich auch heute viele Menschen stellen: Wenn die Gemeinschaft Jesu, die Kirche, eine Bewegung von Menschen ist, wieso existiert sie dann noch, wenn sie von Gott ist, warum nehmen wir sie dann nicht an.

Beim Stephani-Hochamt - bei dem auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, anwesend war - wandte sich der Erzbischof von Wien in besonderer Weise an die ständigen Diakone. Er erinnerte daran, dass Kardinal Franz König vor genau 38 Jahren die ersten ständigen Diakone für die Erzdiözese Wien geweiht hatte (der Diakonat als eigenständige Weihestufe wurde erst beim Zweiten Vatikanischen Konzil wieder eingeführt). Zugleich verwies Kardinal Schönborn darauf, dass in diesem Paulus-Jahr in der Erzdiözese Wien der Vorgang "Apostelgeschichte 2010" beginnt, ein missionarischer Aufbruch. Er setze in diesem Zusammenhang auch auf die ständigen Diakone, sagte der Wiener Erzbischof. Es gehe darum, unter den Bedingungen von heute das "Werk des Stephanus" fortzusetzen: "Klug argumentierend, bereit, die Barmherzigkeit Gottes zu bezeugen und den Glanz Jesu widerstrahlend". Die Hoffnung sei, dass viele Menschen den "Weg des Saulus" gehen und sich zu Jesus bekehren.
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