Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German "Gute Gründe für den Zölibat"
Dec 22, 2008

Angesprochen auf die vom Wiener Studentenseelsorger Msgr. Helmut
Schüller initiierte "Pfarrerinitiative" sagte Kardinal Schönborn, es
sei ihm wichtig, das auch deren Stimme in Rom gehört werde. Daher
habe er sich selbst dafür eingesetzt, dass eine Delegation der
"Pfarrerinitiative" unlängst im Vatikan vorsprechen konnte.

Im Hinblick auf den Wunsch der "Pfarrerinitiative" nach einer
Freigabe des Zölibats sagte der Wiener Erzbischof, die katholische
Kirche des lateinischen Ritus habe gute Gründe, von ihren Priestern
den Zölibat zu verlangen, vor allem das Beispiel Jesu. Als Ordinarius
für die unierten Katholiken des byzantinischen Ritus in Österreich
sei er auch für 15 Priester verantwortlich, von denen elf verheiratet
sind und Familien haben, erinnerte Kardinal Schönborn. Er stehe aber
zur Tradition der lateinischen Kirche: "Um des Himmelreiches willen"
sei der Verzicht auf die Ehe akzeptabel.

Der Mangel an Priesteramtskandidaten stehe nicht zwingend im
Zusammenhang mit dem Zölibat, unterstrich Kardinal Schönborn. Es gebe
zahlreiche junge Männer, die darüber nachdenken, Priester zu werden,
die jedoch von ihren Gemeinden und Familien darin wenig unterstützt
werden oder gar Skepsis ernten. Hier müsse ein Umdenken stattfinden:
"Man müsste wieder deutlicher in den Mittelpunkt rücken, was die
Priester auch für die Gesellschaft eigentlich für einen wertvollen
Dienst leisten, wenn sie etwa rund um die Uhr für die Menschen da
sind".

Im Hinblick auf den oft beklagten "Reformstau" in der Kirche
erinnerte der Wiener Erzbischof daran, dass die katholische Kirche
sowohl "Veränderung" als auch "Stabilität" brauche. Jede Reform müsse
bei einem selber anfangen. Außerdem gehe es darum, das, "was heute
möglich ist", wirklich zu leben.

Auf die Frage nach dem Verhältnis von "Volkskirche" und "Movimenti"
(Bewegungen) in der katholischen Kirche sagte Kardinal Schönborn,
dass gerade in Österreich die "volkskirchliche Verwurzelung" sehr
stark sei. Indikatoren seien etwa die Wallfahrtsbewegung und der
Zustrom zu den Kirchen an den Hochfesten. Zugleich brauche die Kirche
aber auch "Intensivzellen" wie sie die "Movimenti" darstellen. Er
vertraue aber in gleicher Weise auf die Pfarrgemeinden, betonte der
Wiener Erzbischof. Die Pfarrgemeinden seien ein unverzichtbares
"Netzwerk der Solidarität und der Beheimatung". Daher sei er auch
"ganz entschieden" gegen die Auflösung von Pfarrgemeinden.
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