Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German Kardinal Schönborn betont Sympathie der Kirche für den ORF
Dec 21, 2008
Traditionelle Adventbegegnung - Wiener Erzbischof unterstreicht Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für Österreichs Identität und den Schutz einer pluralen Gesellschaft

Wien (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat davor gewarnt, den ORF in der derzeitigen Situation "krank zu jammern". "Ich bin überzeugt, dass der ORF die menschlichen, intellektuellen und kreativen Ressourcen und auch den nötigen politischen Willen hat, um die Krise als Chance zu sehen und einen guten Weg für die notwendige Neuorientierung zu finden", sagte der Kardinal am Mittwochabend bei der traditionellen Adventbegegnung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF, die heuer im Wiener Schottenstift stattfand. Gerade in einer Zeit der Krise wolle er die Sympathie der Kirche für den ORF bekunden.

Der ORF sei eine Art "Agora", ein Marktplatz der Ideen, er biete viel im Bereich von Information, Bildung, Kultur, Religion, Unterhaltung, betonte der Erzbischof von Wien. Der Kardinal zitierte ein Wort des anwesenden Kirchenvertreters im ORF-Stiftungsrat Franz Küberl ("Das Programm des ORF ist im Kern gesund") und meinte wörtlich: "Dieser Ansicht möchte ich mich anschließen". Deswegen müsse einem nicht jede einzelne Sendung im Gesamtprogramm gefallen.

Kardinal Schönborn brachte seine Wertschätzung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF zum Ausdruck, die tagtäglich mit vollem Einsatz arbeiten und ein Programm erstellen, "das sich im europäischen Vergleich durchaus sehen und hören lassen kann". Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei für die Identität Österreichs und den Schutz der Pluralität der Gesellschaft grundlegend. Zudem sei dieser Rundfunk auch eine gewisse Bremse gegenüber einer Totalkommerzialisierung der Medienwelt. Darüber herrsche auch in Österreich weitgehend Konsens. "Viele Österreicher hängen trotz allem an ihrem ORF", meinte der Kardinal.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz betonte, dass sich der ORF in einer Diskussion befinde, die "sehr ernsthaft" geführt werden sollte. "Es wäre unredlich zu sagen, dass wir keine Probleme haben, die wir lösen müssen", so Wrabetz, der gleichzeitig die Stärke des ORF betonte. Das Unternehmen verfüge über die Kraft, "diesen Reformprozess so zu führen, dass wir die Zukunft bewältigen werden". Der Generaldirektor erinnerte daran, dass der ORF die Hälfte seines Budgets "am Markt" verdienen müsse. Es sei klar gewesen, dass die derzeitige Krise auch den ORF treffen werde.

Trotz der finanziellen Probleme werde der ORF die Gottesdienstübertragungen auch 2009 im gewohnten Umfang weiterführen, sagte Wrabetz. Diese Übertragungen seien ein wichtiger Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Auftrags (2008 hat der ORF 17 katholische Fernsehgottesdienste und 63 Radiogottesdienste übertragen). Der ORF-Chef lobte die Arbeit der beiden ORF-Hauptabteilungen für Religion in TV und Radio. Zudem hätten die Landesstudios eine wesentliche Rolle für die regionale Identität auch im religiösen Bereich. Auch im Internet sei der ORF mit dem Thema "Religion" stark präsent: Die Website "religion.orf.at" erreiche 200.000 regelmäßige Nutzer. Ein Privatsender könnte Religionsberichterstattung "nie in einem solchen Umfang leisten" wie der ORF.

Vor dem Empfang im Prälatensaal des Schottenstifts lud Kardinal Schönborn zu einer stimmungsvollen Advent-Lichtfeier in die Stiftskirche. Die Feier wurde musikalisch von Dommusikus Thomas Dolezal betreut. Auf dem Programm standen Gregorianische Choräle und Orgelmusik sowie geistliche Kammermusik von Michael Haydn, für die als Solistin Cornelia Horak eingeladen worden war. Horak - sie war auch Solistin beim Konzert für Papst Benedikt XVI. im Wiener Konzerthaus im Vorjahr - sang unter anderem Haydns "Ave Regina coelorum" in A-Dur, das in einer Handschrift im Archiv der Basilika Mariazell überliefert ist. Ein Facsimile dieser Handschrift hatte der Papst anlässlich seines Besuches von den Bischöfen Österreichs als Geschenk erhalten.
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