Glaube und Vernunft keine Gegensätze
Dec 10, 2008
Kardinal Christoph von Schönborn würdigt das Zusammenspiel von Glaube und Vernunft.
Wien (kathnews). Anlässlich der diesjährigen Verleihung des Kardinal-Innitzer-Preise am Samstag, 6. Dezember 2008, im Wiener Erzbischöflichen Palais betonte Kardinal Christoph von Schönborn, dass Glaube und Vernunft sich nicht ausschließen, sondern „einander etwas zu sagen“ hätten. Außerdem könnten sich beide gegenseitig voranbringen. Religion und Wissenschaft müssten nicht unbedingt in einer konfliktreichen Beziehung stehen, so der Wiener Erzbischof. Er bezog sich dabei auch auf Papst Benedikt XVI., dessen großes Thema seiner wissenschaftlichen Arbeit ebenfalls das Verhältnis von Glaube und Vernunft sei. Kardinal von Schönborn erwähnte in diesem Zusammenhang die sogenannte „Regensburger Rede“ des Papstes, die zwar die Möglichkeit des Missbrauchs von Glaube und Vernunft einräumt, beiden aber einen Auftrag der Aufklärung zugesteht. Gegenseitige kritische Anfragen seien nicht nur erlaubt und erwünscht, sondern auch hilfreich und notwendig, erklärte Kardinal von Schönborn.
Mit dem Kardinal-Innitzer-Preis 2008 wurde unter anderem Klaus Wolff, der langjährige Ordinarius für Dermatologie an der Universität Wien, für sein Lebenswerk geehrt. Wolff studierte Medizin und spezialisierte sich auf Dermatologie. Im Jahr 1976 wurde er als Vorstand der Dermatologischen Klinik an die Universität Innsbruck ernannt. Nur sechs Jahre später ging Wolff nach Wien, wo er als ordentlicher Professor und Vorstand der Dermatologischen Universitätsklinik bis zu seiner
Emeritierung vor vier Jahren wirkte. Der Preis in der Kategorie Naturwissenschaft ging an den in Innsbruck lehrenden Experimentalphysiker Rainer Blatt. Im Bereich Geisteswissenschaft wurde Manfred Bietak ausgezeichnet, der auf dem Gebiet der Archäologie tätig ist. Den publizistischen Preis erhielt der Wissenschaftsredakteur der Tageszeitung „Der Standard“, Klaus Taschwer.
Der Kardinal-Innitzer-Preis ist ein vom Erzbistum Wien verliehener Wissenschaftspreis, welcher in den Kategorien Lebenswerk, Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft und Publizistik verliehen wird. Zusätzlich werden Förderpreise an junge Wissenschaftler vergeben. Kardinal Theodor Innitzer, der Namensgeber der Auszeichnung, ist nach dem 1955 verstorbenen Erzbischof von Wien benannt. Nach Meinung von Historikern begründete Innitzer mit der sogenannten Rosenkranzdemonstration den österreichischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.