"Wache Präsenz der Kirche in der Gesellschaft"
Nov 03, 2008
Die Kirche im staaltlichen Gefüge zu vertreten, sei eine wichtige Aufgabe der Bischofskonferenz, betonte Kardinal Schönborn bei der Segnung der neuen Räume der Bischofskonferenz in der Wollzeile.
Am Montag, 3. November 2008, wurden die neuen Büroräume der Österreichischen Bischofskonferenz im Erzbischöflichen Palais in Wien gesegnet. Es war zugleich der Beginn der Herbstsitzung der Bischofskonferenz und alle österreichischen Bischöfe waren in den neu gestalteten Räumen versammelt.
"Das erste Mal in der Geschichte der Österreichischen Bischofskonferenz verfügen wir über geeignete Empfangs- und Repräsentationsräume. Unser Dank geht besonders an Kardinal Schönborn, der einen Teil seines Palais zur Verfügung gestellt hat", betonte der Generalsekretär der Bischofskonferenz beim Empfang.
Das Leben aus dem Glauben heraus gestalten
Es bestehe eine Spannung zwischen Ursprung und Gegenwart, die in der Kirche spürbar sein müsse. Dabei müsse der Ursprung lebendig gehalten und übersetzt werden, formulierte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn in seiner Ansprache bei der Segnung. Das Bild von Pfingsten, die Leihgabe einer niederösterreichischen Pfarre, das im großen Konferenzraum der neuen Räume der Bischofskonferenz hängt, sei ein Bild für diese Spannung: "Die freudig beginnende Kirche ist zugleich der Anfang und der Aufbruch in vielfältige Bedrängnisse. Es ist auch eine Erinnerung an die Zeit, in der das Haus hier entstand. Die Zeit Kardinal Melchior Khlesls (1552-1630), mitten im 30-jährigen Krieg, als er das Haus hier erbaute. Es ist auch ein Auftrag, den wir haben, in bedrängter Zeit das Leben aus dem Glauben heraus zu gestalten", betonte Kardinal Schönborn in seiner Ansprache. Das Haus erinnere mit seiner langen Geschichte auch an das mutige Auftreten von Kardinal Theodor Innitzer. "Sein mutiges Auftreten am 7. Oktober 1938 war ein Zeichen in der dramatischen Zeit der Kirchen- und noch mehr der Judenverfolgung. Wir werden in diesen Tagen, auch mit der Enthüllung einer Gedenktafel an die 'Hilfsstelle für nichtarische Christen' erinnern, die Kardinal Innitzer eingerichtet hatte, um getauften und auch anderen Juden zu helfen. Auch dieses Mutes gilt es zu gedenken, aus der Kraft des Wirkens des heiligen Geistes", so der Kardinal.
Verhandlungen zwischen Kirche und Staat
Weiter wies der Kardinal auf die Spannung zwischen geistlichem und weltlichem Auftrag hin, in der die neuen Räume stehen: "Es geht hier in den Räumen um die Finanzen, um Budgets und die spannenden und schwierigen Verhandlungsthemen zwischen Kirche und Staat. Es geht um die wache Präsenz der Kirche in der Gesellschaft", sagte der Wiener Erzbischof.
Gäste aus den Nachbarbischofskonferenzen
Ägidius Zsifkovics bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Umbaus beitrugen.
In die Polarität der Einrichtungen, die zwischen Alt und Neu besteht, führte der Grazer Diözesanbischof und stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Egon Kapellari, ein.
Herzlich begrüßen konnte Ägidius Zsifkovics den apostolischen Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat und die Vertreter der Nachbarbischofskonferenzen aus Tschechien, Polen, der Slowakei, aus Ungarn, Slowenien und Kroatien.
Im Anschluss an die Segnung der neuen Räume des Generalsekretariates der Österreichischen Bischofskonferenz begann für die Bischöfe die Herbsttagung, die erstmals im Bildungshaus Schloss Großrußbach stattfindet.