Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German „Minderheiten sind eine Bereicherung“: Kardinal Schönborn besuchte die Türkei
Oct 16, 2008
Gespräche voller Offenheit und Respekt.

WIEN, 15. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn hielt sich in den vergangenen drei Tagen auf Einladung des Präsidenten des Amtes für religiöse Angelegenheiten, dem „Diyanet“, zusammen mit einem kleinen Begleiterstab in der Türkei auf, wo er in Ankara und Istanbul unter anderem das Thema der religiösen Minderheiten ansprach.

Wie Kardinal Schönborn heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz in der Wiener Innenstadt berichtete, habe er die Situation in Österreich geschildert, wo die Mehrheitsreligion die anderen religiösen Überzeugungen gewissermaßen mitnehme und fördere. In diesem Sinn habe er in der Türkei angeregt, dass ihrerseits die muslimische Mehrheit eine entsprechende „Schutz- und Unterstützungsfunktion“ übernehme.

Er habe sich bemüht, die „Schönheit des Pluralismus“ darzulegen, und hervorgehoben, „dass das nicht eine Begrenzung, sondern eine Bereicherung ist. Minderheiten sind eine Bereicherung“, bekräftige der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, der vom Diyanet, der höchsten islamische Autorität der Türkei mit rund 100.000 Mitarbeitern, darunter 80.000 Imamen, praktisch als der Gesprächspartner aus den Reihen der katholischen Kirche angesehen wird.

Die Begegnungen mit fast allen wichtigen Vertretern des Amtes für religiöse Angelegenheiten, dem Großmufti von Istanbul und den Mitarbeitern des dort ansässigen Islam-Forschungszentrums seien von Offenheit und Respekt geprägt gewesen.

Was den Kardinal besonders faszinierte, war die herzliche Gastfreundschaft der Türken. „Ich denke, dass ist etwas, was uns immer wieder positiv überrascht“, erklärte er. Gegenüber den in Österreich lebenden Türken müsse man dankbar sein, denn viele seien in einer Zeit hierher gekommen, als es an Arbeitskräften mangelte.

„Wie geht es einem, wenn man eine neue Heimat sucht und auch findet, und mit der alten Heimat verbunden bleiben will?“ Diese Frage bewege ihn sehr, so der Kardinal. Deshalb sei das Thema der Ein- und Auswanderung auch bei diesem Besuch von zentraler Bedeutung gewesen.

Der Kardinal bekräftigte, dass er keine politische Reise unternommen habe, und berichtete dann noch von den guten Gesprächen an der Universität von Ankara, wo das Thema der theologischen Forschung beleuchtet worden sei. Auch über den schulischen Religionsunterricht und die Ausbildung der Religionslehrer sei in der Türkei gesprochen worden.

Eine konkrete Frucht der intensiven dreitägigen Reise, die den Kardinal und seine Mitarbeiter außerdem zur deutschsprachigen Gemeinde in Istanbul, zum kranken armenischen Patriarchen und zum Sitz des Ökumenischen Patriarchen (der allerdings nicht anwesend war) geführt hatte, und generell Frucht der guten gegenseitigen Beziehungen ist die Teilnahme der katholischen Kirche beim Ausbildungskurses des österreichischen Staates für die aus der Türkei kommenden Prediger.
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