Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German "Glaube an den Schöpfer ist unverzichtbar"
Feb 28, 2008
Die Debatte um Schöpfung und Evolution, allgemein um das Verhältnis von Naturwissenschaft und Theologie, war am Montag Gegenstand des Frühjahrs-Priestertreffens in der Katholischen Akademie Schwerte.

Paderborn/Schwerte (Wochenspiegel, 27.02.2008). 220 Priester und Diakone aus dem Erzbistum Paderborn hörten dazu den Vortrag von Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn OP aus Wien, dem Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz.

Aufsehen hatte Kardinal Schönborn 2005 mit einem Kommentar in der New York Times erregt. Dort trat er der "neodarwinistischen" Richtung der Wissenschaft entgegen. Die Evolution im Sinn einer gemeinsamen Abstammung aller Lebewesen, so Schönborn damals, könne wahr sein, sie sei aber kein planloser und zielloser Vorgang zufälliger Veränderung und natürlicher Selektion. Vielmehr gehe es darum, "den Plan in der Natur" zu entdecken.

In seiner Begrüßung sagte Erzbischof Hans-Josef Becker: "Am Beispiel der Debatte um Evolution und Schöpfung lässt sich also ‚pars pro toto' zeigen, wie wichtig die Frage nach dem Grundansatz der eigenen Argumentation gerade für uns Priester ist. Deshalb soll es heute - ausgehend von der Fragestellung ‚Ziel oder Zufall?' - im Blick auf die Debatte um Schöpfung und Evolution auch darum gehen, unseren ureigenen Dienst als Theologen im Verkündigungsdienst der Kirche zu reflektieren."

"Der Glaube an den Schöpfer", erklärte Erzbischof Kardinal Schönborn, "ist der erste Glaubensartikel unseres Credo". Ohne den Glauben an den Schöpfer lasse sich Christus nicht verkündigen. Die Frage: "Bist du gewollt oder das Produkt eines Zufalls?" sei eine existentielle Frage der menschlichen Existenz. Schönborn: "Wir können nicht darauf verzichten, an einen persönlichen Schöpfer zu glauben, der sich auch persönlich um uns kümmert." Dieser Glaube stehe dabei nicht im Gegensatz zu Wissenschaft und Vernunft, denn "erst mit dem Schöpfungsglauben wurde die Welt entmythologisiert." Der Glaube an eine vernünftige und planvolle Welt mache Naturwissenschaft erst möglich. Die Welt sei lesbar, sagte Schönborn und nannte dies den "Sprachcharakter der Schöpfung". Dabei gehe es nicht um die wörtliche Interpretation der Bibel, sondern darum, deutlich zu machen, dass sich der Schöpfer des Werkzeugs der Evolution bediene. Entscheidend sei auch der sich daraus ableitende ethische Anspruch. Das christliche Menschenbild, der Schutz der Menschenwürde und die Achtung allen Lebens würden sich davon ableiten, dass die Welt vom Schöpfer gewollt sei, so Kardinal Schönborn.

Im zweiten Teil des Frühjahrs-Priestertreffens in Schwerte ging es um den "Priester als Lehrer des Glaubens". Erzbischof Kardinal Schönborn wies auf den Unterschied "zwischen dem, was theologische Auslegung und dem, was Glaubenslehre ist" hin. Glaubenswissen sei heute besonders gefragt. "Sind wir auskunftsfähig über unseren Glauben?", fragte Kardinal Schönborn die Zuhörer in Schwerte. In der anschließenden Diskussion rief er dazu auf, missionarischer zu sein und in der Seelsorge auch auf Glaubenskatechese Wert zu legen.
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