"Endlich Bewegung in Richtung flankierender Maßnahmen"
Jan 15, 2008
Kardinal Christoph Schönborn begrüßt den Vorstoß von VP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer in Sachen Beratung vor einer möglichen Abtreibung. "Jede Abtreibung ist eine zu viel, denn es geht immer um ein Menschenleben", so der Wiener Erzbischof.
(stephanscom.at, 14.01.08) Der Ausbau der Beratung rund um die Abtreibung und die Einführung einer Bedenkzeit seien ausdrücklich zu begrüßen, sagte Kardinal Christoph Schönborn am Montag, 14. Jänner 2008: "Es ist sehr erfreulich, dass sich endlich etwas bei der Umsetzung der versprochenen 'flankierenden Maßnahmen' zu bewegen scheint", so der Wiener Erzbischof im Gespräch mit "Kathpress".
"Jede Abtreibung ist eine zu viel"
Schon die Vorschläge im Perspektivenpapier der ÖVP hätten "erfreuliche Ansätze" gezeigt, betonte der Kardinal. Der Vorstoß von VP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer hinsichtlich eines Ausbaus der Beratung vor einer Abtreibung und der Einführung einer Bedenkzeit sei "ein weiteres positives Signal": "Jede Abtreibung ist eine zu viel - und zwar nicht deshalb, weil damit das Pensions- und Sozialsystem gefährdet wird, sondern deshalb, weil es dabei um einen Menschen geht, der getötet wird", so Kardinal Schönborn.
Beratung braucht "seriöses Zeitfenster"
Jede Maßnahme für eine kinderfreundlichere Gesellschaft sei zu begrüßen. Sei es eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein verantwortungsvollerer Umgang mit Sexualität oder eine finanzielle Unterstützung von schwangeren Frauen und ihren Kindern, stellte der Wiener Erzbischof fest, der am Freitag, 11. Jänner 2008, die Bürgerinitiative der Aktion Leben "Mit Kindern in die Zukunft!" unterzeichnet hat. Keine der Positivmaßnahmen könnte aber eine Abtreibung verhindern, wenn die Frau in der Entscheidungssituation nichts davon wisse, betonte der Kardinal. Gerade deswegen seien Information und Beratung so wichtig. Entscheidend sei dabei nicht so sehr eine Verpflichtung zur Beratung, sondern dass für die Beratung gesetzlich ein "seriöses Zeitfenster" eingeräumt wird. Die Forderung nach einer Bedenkzeit sei daher "keine Hürde, sondern ein Schutz für Frauen", in Ruhe Information und Beratung beziehen zu können.
Angebot bekannter machen
Aus den Beratungsstellen sei bekannt, dass Frauen oft aus einer Drucksituation heraus eine Abtreibung erwägen. Es gebe aber auch immer wieder Frauen, die berichten, dass sie den Schritt zur Abtreibung nicht gesetzt hätten, wenn sie vom Unterstützungsangebot gewusst oder auch nur jemanden gefunden hätten, "der sich mit ihnen auf ihr Kind freut". Deswegen seien kinderfreundliche Maßnahmen zwar immer zu begrüßen, sie müssten aber auch den Frauen in der konkreten Entscheidungssituation bekannt gemacht werden. Dies sei daher auch eine der Hauptforderungen der Bürgerinitiative der Aktion Leben.