In Wien ist das Latein im Gottesdienst kein "wunder Punkt"
Jul 08, 2007
Kardinal Schönborn erinnert an die Weitherzigkeit seines Vorvorgängers Kardinal König, der auch nach der Einführung der Muttersprache im Gottesdienst dafür sorgte, dass die lateinische Liturgiesprache nicht in Vergessenheit geriet.
(stephanscom.at, 7. Juli 2007) Ein wesentliches Ziel des neuen Papstdokuments über die Liturgie ist es, das Latein als Gottesdienstsprache in der katholischen Kirche wieder stärker zu verankern. Kardinal Christoph Schönborn erinnerte am Samstag, 7. Juli 2007, im Gespräch mit "Kathpress" daran, dass es diesbezüglich in Wien nie ein Problem gegeben hat: "Es ist der Weitherzigkeit von Kardinal Franz König zu verdanken, dass in Wien auch nach der Einführung der Muttersprache im Gottesdienst die lateinische Liturgiesprache nie in Vergessenheit geraten ist. Daher war bei uns die Frage des Latein kein wunder Punkt. Ohne Unterbrechung wurde seit der Liturgierefom im Stephansdom an jedem Sonn- und Feiertag eine Heilige Messe in lateinischer Sprache gefeiert. Und auch in anderen Wiener Kirchen gab und gibt es an jedem Sonntag Gottesdienst in lateinischer Sprache".
Derzeit - in den beiden Sommermonaten - gibt es lateinische Messfeiern an jedem Sonn- und Feiertag in der Kirche St. Peter und in der Kirche St. Anna jeweils um 11.15 Uhr und in der Dominikanerkirche um 12.00 Uhr. In der Malteserkirche werden die Wochentagsmessen am Mittwoch und Donnerstag um 8.30 Uhr auf lateinisch zelebriert.
Ab 2. September wird auch im Stephansdom wieder an jedem Sonn- und Feiertag um 11.15 Uhr die Heilige Messe auf lateinisch gefeiert, ebenso in der Hofburgkapelle um 9.15 Uhr.
Alle diese Gottesdienste werden im von Paul VI. nach dem Konzil festgelegten Ritus zelebriert; Lesungen, Predigt und Fürbitten erfolgen auf deutsch.
Für jene Katholiken, die den von Johannes XXIII. 1962 vor dem Konzil promulgierten modifizierten tridentinischen Ritus bevorzugen, gibt es während des Arbeitsjahres an jedem Sonn- und Feiertag um 18.00 Uhr in der Kapuzinerkirche eine Messfeier, die von einem Priester der Petrusbruderschaft zelebriert wird. Die Petrusbruderschaft wurde zur seelsorglichen Betreuung der Katholiken begründet, die den Ritus von 1962 bevorzugen.