Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German Die Kirche muss glaubwürdig sein
Apr 04, 2007
Zur "Missa Chrismatis" kamen am Montag in der Karwoche hunderte Priester in den Wiener Stephansdom, um gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn zu feiern. In seiner Predigt betonte der Kardinal die Barmherzigkeit als notwendige innerste Haltung des Christen.

(stephanscom.at, 04.04.07) Traditionell werden die heiligen Öle in der Erzdiözese Wien am Montag der Karwoche geweiht. Am 2. April 2007 kamen mehrere hundert Priester in den Wiener Stephansdom, um gemeinsam nach einem Tag der Einkehr und der Gemeinschaft die "Missa Chrismatis" zu feiern. Die heiligen Öle, das Krankenöl, das Katechumenenöl und das Chrisam, werden im kommenden Kirchenjahr bei der Spendung von Taufe, Firmung, Krankensalbung, Priester- und Bischofsweihe verwendet.

Barmherzigkeit ist nicht etwas, sondern jemand

In seiner Predigt vor seinen Mitbrüdern im priesterlichen Dienst stellte Kardinal Christoph Schönborn die Barmherzigkeit als innerste Haltung ins Zentrum. Am zweiten Jahrestag des Todes von Papst Johannes Paul II. erinnerte der Kardinal an die besondere Begebenheit, dass der Papst genau am Vorabend des "Sonntags der Barmherzigkeit", wie der Weiße Sonntag auch genannt wird, gestorben sei. "Die Barmherzigkeit ist nicht etwas, sondern jemand. Nämlich genau der, zu dem Thomas im Evangelium sagt: 'Mein Herr und mein Gott'", so der Kardinal.  Der Tod des Papstes vor zwei Jahren habe in eigener Weise gezeigt, dass die Welt Barmherzigkeit brauche. Die Barmherzigkeit Gottes sei Quelle für die Menschen.

Stellvertretung, Barmherzigkeit und Martyrium

In seinen Worten an die Mitbrüder im Priesteramt erinnerte der Kardinal auch an die drei Stichworte, die er schon im Vorjahr bei der Chrisammesse genannt hatte: Stellvertretung, Barmherzigkeit und Martyrium.

Stellvertretung sei das Prinzip des Glaubens. Ostern habe gezeigt, dass einer die Last aller getragen habe. Barmherzigkeit meine die innerste Haltung Jesu, wie sie oft im Evangelium begegnet. Diese Haltung sollte für alle Christen und mehr noch für die Priester die innerste Haltung sein, betonte der Erzbischof.

Das Martyrium, das Zeugnis, sei wesentlich für alle Christen, denn alle werden Diener Gottes genannt, so Kardinal Schönborn:  "Es ist wichtig, ein glaubwürdiges Zeugnis zu geben. Die Kirche muss glaubwürdig sein, dabei stelle sich die Frage, was glaubwürdig ist. Es kann dabei nur darum gehen, dass Christus in der Kirche sichtbar sein muss." Aus diesem Zeugnis des glaubwürdigen Lebens komme die Quelle der Barmherzigkeit, die von der Kirche erwartet und ersehnt wird.

Im Gebet finde ich Freiheit

Der Wiener Erzbischof erinnerte am Schluss seiner Predigt auch an die Bedeutung des Gebetes für die Christen. Gerade wenn es oft viel zu tun gäbe und das Gebet ein Kampf sei. Das betreffe Jugendliche genau so wie die Erwachsenen. "Trotzdem, wenn das Leben wie ein Hamsterrad ist, in dem man läuft und läuft, schenkt das Gebet Freiheit", so der Kardinal: "Im Gebet finde ich Freiheit, da bin ich wirklich Mensch. Nichts kann diese Freiheit ersetzen."
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