"Ziel oder Zufall?"
Mar 24, 2007
Das neue Buch von Kardinal Christoph Schönborn zu den Themen von "Schöpfung und Evolution" ist ab Montag, 26. März 2007, im Buchhandel erhältlich. Es ist sowohl eine Absage an "Evolutionismus" als auch an den "Kreationismus".
(stephanscom.at, 24.03.07) "Ziel oder Zufall?" heißt das neue Buch von Kardinal Christoph Schönborn zu den Themen von "Schöpfung und Evolution", das ab Montag, 26. März 2007, im Buchhandel erhältlich ist. Das Buch ist im Freiburger "Herder"-Verlag erschienen und wurde von dem Wiener Theologen Hubert Philipp Weber herausgegeben.
Am Freitag, 30. März, findet um 15.00 Uhr in der "Facultas-Dombuchhandlung" am Stephansplatz eine Signierstunde mit Kardinal Schönborn statt.
Konkurrenz von Wissenschaft und Glauben?
Im Vorwort des Buches mit dem Untertitel "Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines vernünftigen Glaubens" heißt es im Hinblick auf die Frage nach der Entstehung der Welt wörtlich: "Stehen die Antworten des Glaubens und der Wissenschaft in Konkurrenz zueinander? Oder ist ein Miteinander möglich, wo jeder der beiden Zugänge zur Wirklichkeit sein Recht behält?"
Herausgeber Hubert Philipp Weber erinnert an das große Echo auf den am 7. Juli 2005 in der "New York Times" erschienenen Meinungskommentar von Kardinal Schönborn mit dem Titel "Finding Design in Nature" (Einen Plan in der Natur finden). Der Wiener Erzbischof habe sich damals kritisch mit Tendenzen auseinander gesetzt, nach denen evolutive Erklärungsmodelle der Welt und des Lebens den christlichen Glauben an die Schöpfung "wegerklären" könnten.
Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften
Dieser Artikel habe teilweise "heftig polemische Reaktionen" zur Folge gehabt, schreibt Weber. Zweierlei sei nicht Absicht des Kardinals gewesen: "Einerseits sollte die wertvolle Arbeit vieler ehrlich forschender Wissenschaftler nicht abgewertet werden. Andererseits ist der Kreationismus, also die Ansicht, das erste Kapitel der Bibel sei wörtlich als Bericht und damit nach dem Muster eines naturwissenschaftlichen Textes zu verstehen, keine akzeptable theologische Position".
Eine positive Folge der Diskussion sei besonders der Motivationsschub für den Dialog von Theologie und Naturwissenschaft, so Weber.
"Staunende Dankbarkeit"
In seinem Schlusswort schreibt der Wiener Erzbischof: "Vernunft und Liebe sind der Stoff, aus dem die Welt wurde und besteht und vollendet wird. In dieser Gewissheit lohnt es sich zu leben - auch zu sterben. Denn was wäre das für eine Evolution, wenn nicht die Auferstehung und das ewige Leben ihr letztes Ziel wären".