Kardinal Schönborn unterstreicht Einheit des Klerus
Jun 24, 2006
Der Wiener Erzbischof, Kardinal Schönborn, feierte im Stephansdom einen Dankgottesdienst mit den Priesterjubilaren. "Das Kreuz ist die Mitte des christlichen Lebens", betont der Wiener Erzbischof. Es ist ein Wort der Hoffnung, weil die Liebe am Kreuz gesiegt hat.
(stephanscom.at, 01.06.06) Der Wiener Erzbischof feierte am 1. Juni 2006 beim Dankgottesdienst mit den insgesamt 36 Priestern der Erzdiözese Wien, die das 50- oder 75-Jahre- Priesterjubiläum begingen. Unter Bezugnahme auf die Tageslesung betonte der Kardinal die große Bedeutung der Auseinandersetzungen. Selbst in der Erzdiözese Wien gäbe es immer wieder "Parteiungen". Es gäbe immer wieder Diskussionen zwischen den sogenannten "Fortschrittlichen" und "Konservativen". Aber der Apostel Paulus wollte keine Spaltung, sondern die Rede auf die Auferstehung bringen. Auch wenn es nach Außen wie eine Spaltung aussah, die Christen können nichts anderes tun als die Auferstehung Jesu verkünden. "Ihr Priesterjubilare habt durch 50 und 75 Jahre nichts anderes getan als den Auftrag erfüllt, den Menschen die Botschaft der Auferstehung zu verkünden", betonte Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Stephansdom.
Priester sollen mit Christus und untereinander eins sein
Im Rückblick auf ein langes Priesterleben sei oft die Versuchung groß, auf das zu blicken, was einem selbst nicht nach Wunsch gelungen ist, sagte der Kardinal. Der Blick sollte sich jedoch vielmehr auf den wahren Sinn des priesterlichen Dienstes richten, dessen Kern die Gemeinschaft mit Jesus Christus ist.
So wie Jesus mit Gott eins sei, sollten auch die Priester mit Christus und untereinander eins sein, unterstrich der Wiener Erzbischof. Es gehe dabei um keine Einheit wie in einer politischen Partei, einer Interessengemeinschaft oder einer Familie. Vielmehr sei das Vorbild dieser Einheit das Bild vom dreifaltigen Gott.
Das Kreuz ist nicht leicht aber es sei das Ziel
In seiner Predigt betont der Wiener Erzbischof, dass das Kreuz die Mitte des christlichen Lebens ist. "Es wird nicht gerne gehört, nicht gerne gesagt, weil es nicht leicht ist. Und trotzdem ist es das Zeichen jener großen Liebe und Einheit, die Jesus für unser Beten hat", so der Erzbischof zu den Priesterjubilaren.
Der Tod Jesu am Kreuz sei das Zeichen einer Einheit, die "bis zum Letzten, bis zur Hingabe des Lebens geht", so der Kardinal. Für gläubige Christen habe aber das Kreuz "nicht das letzte Wort". Denn es stehe für den "Sieg der Liebe über das Böse, über den Hass und letztlich über den Tod". Dieses Kreuz ist ein Zeichen der Hoffnung, denn die Liebe hat am Kreuz gesiegt, betont der Kardinal.