Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German Barmherzigkeit, Stellvertretung und Martyrium: Christoph Kardinal Schönborn über die Kraftquellen der Kirche
Apr 27, 2006
Chrisam-Messe im Wiener Stephansdom

WIEN, 11. April 2006 (ZENIT.org).- Die Kraftquellen, aus denen die Kirche schöpft, sind Barmherzigkeit, Stellvertretung und Martyrium. Das betonte Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, am Montagabend während der Chrisam-Messe im Stephansdom.

Mit der Barmherzigkeit, die ihn als Kernbotschaft des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. immer mehr bewege, sei "Stellvertretung" das Schlüsselwort für die Kirche, erklärte der Kardinal in seiner Predigt. "Stellvertretung ist unser Dienst an der Welt und den Menschen mit all ihren Sorgen und Nöten", fuhr er fort. "Egal, ob wir viele oder wenige sind – wir stehen für viele." Durch ein lebendiges Bewusstsein für Stellvertretung bleibe man offen für andere. "Dass wir für alle da sind, ist ganz entscheidend für die Zukunft unserer Gemeinden."

Während der Chrisam-Messe hob Kardinal Schönborn auch die Bedeutung des christlichen Martyriums hervor: "Täglich bekommen wir Nachrichten über Christen, die für ihren Glauben das Leben lassen", sagte er und erinnerte die Anwesenden in diesem Zusammenhang an den im Februar in der Schwarzmeerstadt Trapezunt (Türkei) ermordeten Priester der Diözese Rom Andrea Santoro. "Das Martyrium ist die Antwort der Christen auf Terrorismus, Gewalt und Ungerechtigkeit, die so viele Menschen niederdrücken; es ist die Antwort Jesu."

Mit Blick auf die vielen Menschen im Stephansdom und das mit Priestern gefüllte Presbyterium des Doms sei er trotz schwerer Zeiten für die Kirche voller Zuversicht, betonte der Wiener Erzbischof, der vor allem das Abnehmen des religiösen Wissens bedauerte. "Erleben wir nicht eine Art von religiösem Analphabetismus in unserem Land, ja in ganz Europa?" Diese Frage stelle er nicht, um zu entmutigen, sondern aus der "bedrängenden Sorge" ob der Tatsache, dass sich viele Menschen vom Glauben verabschieden und innerlich Abstand zu Jesus nehmen.
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