Christoph Cardinal Schönborn, O.P. Christoph Cardinal Schönborn, O.P.
Function:
Archbishop of Wien, Austria
Title:
Cardinal Priest of Gesù Divin Lavoratore
Birthdate:
Jan 22, 1945
Country:
Austria
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org, Stephanscom.at, The Schonborn Site
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German Froh und dankbar über Benedikt XVI.
Apr 24, 2005
Der einzige Österreicher unter den Papstwählern, Kardinal Christoph Schönborn, traf Mittwochmittag in Rom mit Journalisten zusammen. Für KATH.NET berichtet Petra Biermeier aus Rom

Rom (kath.net, 20. April 2005) Vor allem Freude empfindet Kardinal Christoph Schönborn am Tag nach der Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum Papst. Auf die Frage von KATH.NET, wie es ihm nach dem Konklave gehe, meint er: „Ich kann es in drei Worten zusammenfassen: Freude, Dankbarkeit und eine große Fürbitte für den neuen Papst. Aber an erster Stelle steht die Freude.“

Der 60-jährige Wiener Erzbischof war der einzige österreichische Kardinal unter den 115 Papstwählern. Er habe sich auf das Konklave vorbereitet, indem er zwei Texte meditiert habe, sagte er im KATH.NET-Gespräch: Das „Römische Triptychon“ von Johannes Paul II. sowie die Karfreitagsmeditationen von Kardinal Ratzinger, „einer der eindrucksvollsten Texte“ von ihm.

Benedikt XVI.: „Demütig, unkompliziert und groß“

„Demütig, unkompliziert und groß“ sei der neue Papst Benedikt XVI., sagte Schönborn am Mittwoch zu Mittag bei einem Journalistengespräch in Rom. Er sei zuversichtlich, dass er „bald die Herzen der Menschen erreicht“. Beeindruckend sei seine „unvergleichliche Gescheitheit“ gepaart mit einer großen „Einfachheit“. Bewundernswert sei auch die „Aufmerksamkeit“, die er allen Mitarbeitern stets entgegen bringe.

„Wir sind überzeugt, dass keiner der Kardinäle geeigneter ist, das großartige Erbe von Johannes Paul II. weiterzuführen“, sagte der Kardinal. Ratzinger habe „eine besonders sensible Wahrnehmung für die Nöte unsere Zeit“. Das habe unter anderem sein Gespräch mit Jürgen Habermas gezeigt. „Erwarten Sie von ihm Neues und Altes!“, meinte er. Als Benedikt XVI. stehe er „in klarer Kontinuität mit Johannes Paul II.“.

Ein kollegialer, aber auch leitender Stil

„Von ihm werden wir sicher einen kollegialen, aber auch einen leitenden Stil erwarten können“, ist Schönborn überzeugt. Ratzinger werde „sicher nicht vorschnelle plakative Antworten geben“. Bei ihm gehe es „immer über die Symptome hinaus an die Wurzel.“

„Es ist für uns natürlich ein ganz besonderes Privileg, dass der Papst uns gut kennt und wir den Papst gut kennen“, beschreibt der Kardinal die Auswirkungen des neuen Pontifikates auf Österreich. Ratzinger verbringe übrigens seit vielen Jahren seinen Urlaub in Österreich, dass er nun Papst sei, sei ein „großes Glück“.

Kardinäle schauten „nicht sehr traurig aus, oder“?

Was hinter den verschlossenen Türen der Sixtina vor sich gegangen ist, will Schönborn nicht sagen. „Jeder kann das Ergebnis sehen“, hält er sich bedeckt. Und: Es sei mit nur vier Wahlgängen „definitiv ein kurzes Konklave“ gewesen. Dies sei „ein sehr deutliches Zeichen einer großen Übereinstimmung über das, was Gottes Willen uns zeigt“. Und außerdem: „Sie sahen die Kardinäle herauskommen – sie schauten nicht sehr traurig aus, oder?“

Ein kleines Detail kann ihm ein Journalist doch entlocken. Hat es in der Sixtina tatsächlich gequalmt, wie ein niederländischer Kardinal berichtete? Schönborn lächelt. Es seien spezielle Chemikalien vorbereitet worden, die garantieren sollten, dass der Rauch schwarz oder weiß sei, erzählt er. „Am Schluss hat es ein bisschen gequalmt, aber das war überhaupt nicht dramatisch.“

Schönborn: „Ich bin sehr, sehr gerne in Wien“

Wie wird er den neuen Papst ansprechen? Er halte „Heiliger Vater“ und „Sie“ für angemessen, wie es Ratzinger selber halten werde, wisse er nicht. Ob er sich vorstellen kann, in Zukunft ein enger Mitarbeiter des neuen Papstes zu werden? „Da müssen Sie ihn fragen“, kontert der Wiener Erzbischof. Er freue sich, wenn er Sonntagabend wieder nach Hause reise, denn: „Ich bin sehr, sehr gerne in Wien.“
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