Oscar Andrés Cardinal Rodríguez Maradiaga, S.D.B. Oscar Andrés Cardinal Rodríguez Maradiaga, S.D.B.
Function:
Archbishop of Tegucigalpa, Honduras
Title:
Cardinal Priest of Santa Maria della Speranza
Birthdate:
Dec 29, 1942
Country:
Honduras
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German . . . mehr als Illegale und Drogendealer
Oct 15, 2005
"Wir als armes Land wollen nicht nur illegale Immigranten und Drogenhändler produzieren." Kardinal Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga setzt sich vehement für seine Überzeugungen ein - die Entschuldung der Entwicklungsländer, gerechten Handel und die Beseitigung der Armut. "Deshalb darf das Versprechen der reichen Länder, die Armut zu halbieren, kein Lippenbekenntnis bleiben."

(Die Presse, 12.10.2005) WIEN. Der hohe kirchliche Würdenträger, der auch als Papst-Kandidat gehandelt wurde, gilt in Lateinamerika als Galionsfigur der Entschuldungskampagne für die armen Staaten der Welt. Dazu zählt auch sein Heimatland Honduras, dessen enorm hohe Auslandsschulden rund vier Milliarden US-Dollar betragen. Allein die Zinsenzahlungen machen pro Jahr das Dreifache der Staatsausgaben für den Gesundheitssektor aus.

Den reichen Staaten der Welt wirft der Anwalt der Armen vor, zu wenig Einsatz bei der Verwirklichung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen zu zeigen. Deswegen sprach der Erzbischof der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa auch schon vor fünf Jahren gemeinsam mit U2-Sänger und Mitstreiter Bono Vox bei Deutschlands Gerhard Schröder vor. Am Dienstag klopfte Rodríguez an die Pforten des Bundeskanzleramts in Wien und übergab mehr als 30.000 Postkarten, auf denen österreichische Unterzeichner - darunter alle Bischöfe des Landes - Kanzler Schüssel zum Handeln aufrufen.

Auch die in Wien ansässige Organisation Erdölproduzierender Länder (Opec) forderte der charismatische 62-Jährige auf, einen Beitrag zur Entwicklungshilfe zu leisten. "Wir verhungern wegen der Öl- und Benzinpreise." Doch Opec-Staaten würden unglaublich viel verdienen. "Ohne Solidarität von Seiten der OPEC ist es nicht möglich, Entwicklung zu erreichen", so Rodríguez.

Der Kardinal stellte auch die subventionierte Agrarökonomie der USA in Frage. Denn so würden der honduranische Markt und die heimische Landwirtschaft arg in Bedrängnis geraten. Importierter US-Zucker sei in Honduras billiger als der heimische. Daher seien gerechte internationale Handelsregeln unbedingt von Nöten. "Derzeit werden multinationalen Konzernen billige Rohstoffe verschafft, während die Bauern längst unter die Armutsgrenze gerutscht sind", so Rodríguez.

Globalisierung müsse durch Solidarität ergänzt werden, damit Arme in Ländern wie Honduras Auswege sehen - abseits vom Handel mit Drogen oder vom Leben als illegaler Immigrant.
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