Wird Bischofspräfekt Re Nachfolger Martinis in Mailand?
Apr 17, 2005
(Deutsche Tagespost, 18.04.2002) Rom - Es scheint inzwischen entschieden zu sein: Der derzeitige Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Giovanni Battista Re, soll Nachfolger von Kardinal Carlo Maria Martini auf dem Erzbischofsstuhl von Mailand werden.
Darüber hat „Tempi“, die wöchentliche Beilage der italienischen Tageszeitung „Il Giornale“ in der vergangenen Wochenausgabe spekuliert. Die Zeitschrift beruft sich auf „gute Quellen“ und sieht in dieser Wahl eine gewisse Parallele zur kirchlichen Karriere von Papst Paul VI. Zudem habe Montini noch den gleichen Vornamen getragen. Ein Zufall? Nicht nur stamme Kardinal Re wie schon Paul VI. aus Brescia, sondern auch die kirchliche Laufbahn der beiden Kirchenmänner weise in vielem Ähnlichkeiten auf.
Wie Montini so habe auch Kardinal Re eine lange Zeit in der römischen Kurie verbracht: Im ganzen arbeitete er 28 Jahre im vatikanischen Staatssekretariat, davon elf als Substitut und zuletzt seit einem Jahr als Präfekt der Bischofskongregation. Welch starkes Vertrauen Papst Johannes Paul II. in Kardinal Re habe, sei während eines kurzen Besuches in der italienischen Stadt Borno am 19. Juli 1998 zum Ausdruck gekommen, als der Papst ihn seinen „engsten, liebsten und treuesten Mitarbeiter“ nannte.
Weiter heißt es in „Tempi“, dass Kardinal Re aus einer einfachen, italienischen Bauernfamilie stamme. Sein Vater sei Tischler, und er habe einen Bruder und fünf Schwestern, von denen eine Ordensschwester ist. Re habe außerdem eine große menschliche Ausstrahlung, er sei vertrauenswürdig, diskret, offen und nachsichtig.
Als sein Nachfolger an der Spitze der Bischofskongregation sei aller Voraussicht nach der derzeitige Präfekt der Kleruskongregation, Kardinal Dario Castrillon Hoyos, vorgesehen.
Die Berufung Res zum neuen Erzbischof von Mailand sei weiter auch ein Anzeichen dafür, dass sich nun eine neue Generation „dynamischer und moderner Führungskräfte“ bemerkbar mache, die gleichzeitig jedoch großen Wert „auf die Tradition und die Treue zum kirchlichen Lehramt“ lege. An strategisch wichtigen Orten gebe es nun die ersten Kirchenmänner, die nicht mehr am Zweiten Vatikanischen Konzil teilgenommen haben, aber kirchlichen Laienbewegungen nahe stehen. Zu ihnen zählt „Tempi“ neben Kardinal Re auch den neuen Patriarch von Venedig, Kardinal Angelo Scola, der die Entstehung der Laienbewegung „Communione e Liberazione“ entscheidend mitgeprägt hat, und Bischof Gil Hellin von Burgos, der erste Bischof des Opus Dei in Spanien.