Benedictus XVI. P.P. Benedictus XVI. P.P.
Function:
Pope of the Holy Roman Church
Title:
Servus Servorum Dei
Birthdate:
Apr 16, 1927
Country:
Germany
Elevated:
Jun 27, 1977
More information:
www.catholic-hierarchy.org, www.ratzingerfanclub.com/, www.benedictxvi.tv
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German Kardinal Ratzinger Der Glaubens-Wächter
Apr 05, 2005
Ein Deutscher kann nie Papst werden, hieß es lange Zeit, aus historischen und völkerpsychologischen Gründen. Joseph Kardinal Ratzinger, am 16. April 1927 im bayerischen Marktl am Inn geboren, also unzweifelhaft Deutscher, kann es.

(F.A.Z., 05. April 2005) Ob er es wird, ist eine andere Frage. Die Londoner Wettbüros sehen andere vorn. Doch immerhin begann die angesehene Mailänder Zeitung „Corriere della Sera” die Vorstellung der „Papabili”, der Papst-fähigen Kardinals-Kandidaten für das Konklave, die Papstwahl in der Sixtinischen Kapelle des Vatikans, am Montag mit Joseph Ratzinger. Der bekannteste deutsche Kardinal wurde vorgestellt unter dem Titel: „Wächter des Glaubens, von Ein Deutscher kann nie Papst werden, hieß es lange Zeit, aus historischen und völkerpsychologischen Gründen. Joseph Kardinal Ratzinger, am 16. April 1927 im bayerischen Marktl am Inn geboren, also unzweifelhaft Deutscher, kann es.

Wojtyla ausgewählt: Die Güte besteht darin, nein zu sagen”.

Die Nummer 1

Ratzinger Nummer 1. Vor dem „Lokalmatador”, dem Kardinal-Erzbischof von Mailand, Dionigi Tettamanzi, den man da eigentlich erwartet hatte. Aber vielleicht dachten die Journalisten in der Lombarden-Metropole an das Wort: „Wer als Papabile in das Konklave einzieht, kommt als Kardinal wieder heraus.” Damit tröstet Ratzinger sich jetzt, wenn er, wie am Montag vormittag bei der ersten Generalkongregation der Kardinäle nach dem Tod Johannes Pauls II., die Augen der Kollegen auf sich gerichtet fühlt.

In solchen Momenten behält Ratzinger, bisher, seit 1981/82, Präfekt der Glaubenskongregation des vatikanischen Verfassungs-Ministeriums für die katholische Kirche, sein undurchdringliches Gesicht bei - nicht unfreundlich, aber auch nicht strahlend -, und man weiß, daß er leichter ausforschen, auf den Grund der theologischen Argumente und kirchenpolitischen Analysen blicken kann, als daß ihm unbedachte Äußerungen zu entlocken sind.

Nicht Präfekt, aber Dekan

So war es am Montag in der Sala Bologna, einem Versammlungssaal des Apostolischen Palastes, als 65 Männer - Durchschnittsalter um die 70, also Weise mit Lebens- und Glaubenserfahrung - die ersten Entscheidungen für die Sedisvakanz trafen, wenn der „Stuhl” des Bischofs von Rom „leer” steht. Ratzinger präsidierte nicht als Präfekt - das Amt ist mit dem Tod des Papstes „verfallen” -, sondern als Dekan des Kardinalskollegiums, nüchtern, sachlich, mit der Autorität dessen, der in theologischen Fragen vieles, wenn nicht gar alles genauer weiß als die anderen, auf jeden Fall Fehler zu vermeiden weiß. Außerdem hat der Deutsche bereits an zwei Konklaven teilgenommen, im Drei-Päpste-Jahr 1978, nach Paul VI. mit der Wahl Johannes Pauls I. und II.

Damals war Ratzinger Erzbischof von München, seit Mai 1977. Paul VI. hatte den international angesehenen, konservativen Theologen dazu ernannt, weil dieser während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) den Aufbruch der Kirche selbst mitgestaltet, dann sich aber durch die ungestüme Revolution von 1968 eines anderen hatte belehren lassen und seitdem den galoppierenden „Fortschritt”, den Abbau des Bewährten in der Kirche abbremsen wollte.

Für sein tapferes Schwimmen gegen den Hauptstrom wurde er belohnt. Johannes Paul II. seinerseits sah bald, daß die Weltkirche Ratzingers theologischen Kopf und die scharfen Analysen der gesellschaftlichen Entwicklungen nötiger brauchte als das Erzbistum den Seelenhirten. Seitdem prägte der mächtigste Deutsche im Vatikan die katholische Milliardengemeinschaft nach der Doppeldevise: Die Kirche soll lieber im wesentlichen bleiben, wie sie ist; die Menschen tun gut daran, nicht so zu werden wie die moderne Gesellschaft.
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