Joachim Cardinal Meisner Joachim Cardinal Meisner
Function:
Archbishop of Köln, Germany
Title:
Cardinal Priest of S Pudenziana
Birthdate:
Dec 25, 1933
Country:
Germany
Elevated:
Feb 02, 1983
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Meisner kommentiert neues Fachbuch von Hänsel-Hohenhausen
Nov 14, 2008
Kardinal Meisner: Eine verantwortlich durchgeführte Forschung gerät niemals in Konflikt mit dem Glauben.
Kommentar des Kardinals zum Essay „Ich denke, also glaube ich“ von Markus v. Hänsel-Hohenhausen

(firmenpresse) - Die These von Hänsel-Hohenhausen: Glauben und Vernunft sind keine Gegensätze, wie heute ganz allgemein geglaubt wird, sie stehen auch nicht zusammenhanglos nebeneinander, sondern sie bedingen sich wechselseitig. Die Spaltung der Wirklichkeit in Materie, die das Leben der modernen Gesellschaft prägt, und in Geist, der angeblich nicht existiert, soll die behauptete Eigenmacht des Subjekts sichern. Diese angebliche Herrschaft des Individuums über eine geistfreie, materielle Welt macht es jedoch in Wahrheit nicht frei, sondern, da es nur noch Materie gibt, verfügbar. Es gibt keinen anderen Ort mehr, wenn es nur noch Materie gibt. Seine Freiheit von der Diktatur des Materialismus kann das Individuum nur durch Kenntnis zurückgewinnen, die darin mündet, daß Glauben und Vernunft in Wahrheit zwei Perspektiven auf dieselbe eine Wirklichkeit sind.
Um diese These zu prüfen, argumentiert die Schrift nicht theologisch, sondern betrachtet die Naturwissenschaften (Mathematik (Mengenlehre, Logische Antinomien, Endlichkeit des Invariantensystems, Goldbachscher Satz, Zahlensymmetrien, Goldener Schnitt, Fraktale, Iteration, Gödel, Hilbert, Raumkrümmung und Geometrie etc.), Biologie (Zikadenzyklen, Einnistung des Fötus, Evolutionstheorie etc.), Physik (Quantentheorie, Unschärfe, Teilchenphysik als Supersymmetrie, Anthropisches Prinzip etc.), Wissenschaftstheorie (Reduktivität, Binarität, Analogie als Beweistechnik, Entpersonalisierung, Hypothetisierung, Intuition, Eidetik)).

Kardinal Meisner verweist hierzu in seinem Vorwort zum Buch Hänsel-Hohenhausens auf das Zweite Vatikanische Konzil: Eine saubere und verantwortlich durchgeführte Forschung werde „niemals in einen echten Konflikt mit dem Glauben kommen, weil die Wirklichkeiten des profanen Bereichs und die des Glaubens in demselben Gott ihren Ursprung haben“.
Der Kardinal mahnt allerdings auch an: „Immer wieder ist zu beobachten, wie Naturwissenschaftler signifikante Ergebnisse ihrer Forschungen präsentieren, bei deren Interpretation aber doch deutliche Grenzen demonstrieren. Zugleich hinkt ebenso mancher Geisteswissenschaftler dem hinterher, was man heute wissen kann. Ob es zu Beginn des 3. Jahrtausends einen doctor universalis wie einst den großen heiligen Albertus überhaupt noch geben kann, wage ich nicht zu sagen – aber ganz gewiß fehlt er uns.“
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