Eine Behörde schiebt die Entscheidung auf die andere ab
Nov 06, 2008
Kardinal Meisner bei Priesterrat zum geplanten Gotteshaus in Tarsus: "Seitens der türkischen Regierung „hören wir immer nur große Worte, aber wir sehen keine Taten
Köln (kath.net/PEK)
„Die Geistliche Berufung zum Priester- und Ordensstand im Erzbistum Köln“ war das Schwerpunktthema des Priesterrats, der vom 4. bis 6. November zu seiner diesjährigen Herbsttagung in Bensberg zusammengekommen war. In seinem Impulsreferat hob Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hervor, die Sorge um Priesterberufungen müsse „das lebendige Anliegen der ganzen Diözese auf Dauer hin“ sein. Religiös lebendige Pfarrgemeinden, christliche Familien, ein überzeugender Religionsunterricht und geistliche Angebote für suchende junge Menschen seien wesentliche Voraussetzungen für das Entstehen geistlicher Berufungen, auch wenn diese sich weder soziologisch noch psychologisch vollständig erfassen ließen.
Im allgemeinen Teil berichtete Kardinal Meisner über die fortgesetzten Bemühungen, im türkischen Tarsus eine bestehende Kirche übernehmen oder ein neues Gotteshaus bauen zu dürfen.
Seitens der türkischen Regierung „hören wir immer nur große Worte, aber wir sehen keine Taten“, bedauerte der Erzbischof. Nach den wohlwollenden Äußerungen von Ministerpräsident Erdogan im vergangenen Februar in Köln habe zuletzt auch der Präsident der obersten Religionsbehörde der Türkei, Ali Bardakoglu, in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ das Kirchbauprojekt in Tarsus ausdrücklich befürwortet.
Doch das Paulusjahr sei schon weit fortgeschritten, aber im Geburtsort des Völkerapostels gebe es keine Fortschritte, kritisierte Meisner. „Eine Behörde schiebt die Entscheidung auf die andere ab.“ Er habe deshalb in einem neuerlichen Schreiben an die türkische Regierung auf eine klare Antwort gedrängt.
Der Priesterrat informierte sich schließlich über den Stand des Strukturreform-Projekts „Wandel gestalten – Glauben entfalten“. Demnach haben bisher 174 Seelsorgebereiche ein Votum über ihre künftige Struktur abgegeben. Davon werden 100 Seelsorgebereiche Pfarreiengemeinschaften bilden, in 39 Seelsorgebereiche werden die Pfarreien fusioniert. In 13 Seelsorgebereichen laufen noch abschließende Beratungen, und 22 Seelsorgebereiche sind bereits fusioniert. - Zukünftig wird es im Erzbistum Köln 182 Seelsorgebereiche geben.