Kardinal bei Nightfever
Oct 22, 2008
Junge Christen sprachen am Samstag dem 18. Oktober 2008 im Rahmen der Veranstaltung „Nightfever“ Passanten an und luden sie zum Beten in dem Dom. Die meisten nahmen das Angebot an und ließen sich von der ganz besonders feierlichen Atmosphäre beeindrucken. Erstmals nahm auch Joachim Kardinal Meisner teil.
Innenstadt - Während auf der Hohe Straße die Wagen der Abfallwirtschaftsbetriebe die letzten Samstagseinkäufer zur Seite drängen und Männer in Orange den Müll einsammeln, den die Fußballfans hinterlassen haben, ist es im Dom ganz ruhig, nur eine Chorsängerin ist zu hören. Kerzen weisen den Weg vom Eingang des Nordportals bis zum Hochalter, wo vor dem Dreikönigen-Schrein das Allerheiligste, die Monstranz, steht. Auf Holzbänken sitzen die Menschen dicht beieinander und beten oder schreiben ihr Gebetsanliegen auf Zettel, die sie in einen Korb legen. Es sind gläubige und ungläubige Menschen, die zu „Nightfever“ in der Kathedrale zusammenkommen.
Junge Christen schenken auf der Domplatte Passanten ein Teelicht und laden sie ein, in den Dom zu kommen, um einen Moment innezuhalten. Die meisten nehmen das Angebot an, schleppen sämtliche Einkaufstaschen mit und lassen sich von der ganz besonders feierlichen Atmosphäre beeindrucken.
Zum 22. Mal findet die Veranstaltung statt, die auf die Initiative zweier Bonner Studenten zurückgeht, die unter dem Eindruck des Weltjugendtags 2005 zum ersten Mal fremde Menschen ansprachen und zum Beten bewegten. Danach gab es auch in anderen Städten „Nightfever“-Abende, in Köln wurden schon 1500 Menschen pro Veranstaltung auf den kleinen Pilgerweg in den Chorumgang gelockt. Wer reden oder beichten möchte, kann zu einem der Priester gehen, die sich entlang des Weges aufhalten. Erstmals nimmt dieses Mal auch Joachim Kardinal Meisner teil. In der Heiligen Messe überbringt er die besten Wünsche von ganz oben. „Der Papst zählt auf euch!“, sagt Meisner, der extra einen Tag früher von der Bischofssynode in Rom zurückgekehrt ist. „Ich habe dem Papst von »Nightfever« erzählt und Urlaub bei ihm beantragt.“ Das motiviert Caroline (16). „Wenn die Menschen merken, wie hilfreich es sein kann, mit anderen zu beten, kommen sie vielleicht wieder.“