Kardinal Meisner nennt Deutsche „geistvergessenes Volk“
May 12, 2008
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat einen besseren Schutz der Familie gefordert. In einem Hörfunk-Interview nannte er es „schlimm“, dass die Familie weitgehend unter dem Gesichtspunkt der Ökonomie gesehen werde.
(domradio.de, 11.5.2008) Nicht die Familie müsse sich dem ökonomischen Tun anpassen, sondern umgekehrt, forderte er. Die Familie sei nicht ein gesellschaftlich gewachsenes Gebilde, sondern habe eine theologische Grundlage, sagte Meisner. Sie sei das „Abbild des dreifaltigen Gottes“. Deshalb gebühre ihr „aller Schutz und alle Förderung, die nur denkbar ist, damit auch das gesellschaftliche Leben, das ökonomische Leben und das kulturelle Leben gedeihen kann.“ Wer sich an der Familie vergreife, vergreife sich an der Kultur des Menschen. Zugleich bemängelte Meisner die Haltung vieler Politiker in ethischen Fragen wie Abtreibung und Stammzellforschung. „Ein geistvergessenes Volk, das tötet seine Kinder“, sagte er. Die Bilanz, dass es in Deutschland zu wenig Kinder gebe, müsse „die Politiker nun endlich zum Aufwachen bringen“, forderte der Kardinal.