Joachim Cardinal Meisner Joachim Cardinal Meisner
Function:
Archbishop of Köln, Germany
Title:
Cardinal Priest of S Pudenziana
Birthdate:
Dec 25, 1933
Country:
Germany
Elevated:
Feb 02, 1983
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinalatsjubiläum
Feb 10, 2008
Interview mit dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner.

(8.2.2008) domradio.de - Ihm sei "schwarz vor den Augen geworden", bekennt Kardinal Joachim Meisner, als ihn 1988 der Ruf des Papstes erreicht habe, von der Spree an den Rhein zu wechseln. Mehrfach habe er den Heiligen Vater gebeten, von seiner Berufung nach Köln abzusehen. Doch als der Papst bei seiner Entscheidung blieb, sei er ihr "ohne zu zögern" gefolgt, sagt Meisner, der am Sonntag sein Kardinalatsjubiläum feiert. Aus der "Muss-Ehe" zwischen Hirten und Herde wurde dann aus seiner Sicht überraschend schnell eine Liebesheirat. domradio-Redakteur und Diakon Dr. Marc Kerling traf den Erzbischof in der Jubiläumswoche.
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   * [Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner - 81 Bilder ]
     Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner - 81 Bilder (©KNA)

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   * [Ein Bild aus den ersten Jahren in Köln ] Ein Bild aus den ersten Jahren in Köln

Audio Beitrag

   * "Ich hätte das nicht durchgestanden, wenn ich nicht täglich an den Altar hätte treten können." Kardinal Meisner zum Kardinalatsjubiläum (9.2.2008)
   * "Wir standen vor São Paulo im Stau": Interview mit Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp zum Kardinalatsjubiläum (9.2.2008)

domradio: Herr Kardinal, als Bischof von Berlin sind Sie am 2. Februar 1983 von Papst Johannes Paul II. in den Kardinalsrang erhoben worden. Als Kardinal kamen Sie dann von der Spree an den Rhein, von der DDR in den Westen - waren das nicht zwei völlig unterschiedliche Welten damals?
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner: Ich hatte schon ein wenig Noviziatsunterreicht gehabt in Berlin, denn ich war ja Bischof für ganz Berlin, auch den West-Teil. Und im West-Teil wohnten zwei Drittel der Katholiken, ein Drittel im Osten, so dass ich schon ein Einübungsfeld hatte in die westliche Welt, indem ich zehn Tage im Monat nach West-Berlin hinüber fahren konnte. Dieses Quantum habe ich auch immer ausgeschöpft.

domradio: Papst Johannes Paul II. hat den heutigen Kardinal Cordes als jungen Mann von Paderborn nach Rom geholt, am Sonntag reist er zu Ihnen, um in Ihrem Festgottesdienst zu predigen. Sind Sie eng miteinander verbunden?
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner: Erstmal bietet sich es an, dass der amtsjüngste Kardinal im deutschsprachigen Raum dem amtsältesten Kardinal die Predigt hält. Und zweitens: Natürlich bin ich mit Kardinal Cordes sehr verbunden. Ich habe mit ihm den ersten Weltjugendtag ausgerichtet. Er war verantwortlich für das Gesamte. Aber ich hatte mit ihm und mit Pater Manfred Endrich die deutsche Abteilung des Weltjugendtages bewältig damals, 1985. Das ist mir bis heute unvergesslich. Und weil ich als Kardinal oft in Rom zu tun habe, haben wir uns oft getroffen und haben miteinander gesprochen. Er ist wirklich für mich immer ein Vorbild gewesen in der Treue zum Papst und auch im Durchtragen schwieriger Probleme, die manchmal auf einen Bischof zukommen.

domradio: Sie sind fast seit fast 20 Jahren Erzbischof von Köln. Sie sind außerdem Mitglied vieler Kongregationen. Welche Weichenstellungen sind Ihnen ganz aktuell wichtig?
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner: Von einer ungeheuren Wichtigkeit ist der missionarische Impuls. Wenn eine Kirche nicht mehr missioniert, dann demissioniert sie. Und die Kirche ist keine Institution, sondern eine Expedition. Das müssen wir deutlich machen! Ich bin immer der Meinung, ein Christ ist dann erst ein reifer Christ, wenn er seinen Glauben an einen anderen weitergegeben hat, wenn er gleichsam Glaubenerzeugt hat. Ein Mann und eine Frau sind reif, wenn sie fähig sind, auch biologisch Leben weiterzugeben. Und so ist es auch bei einem Christen: Ein Christ ist erst wirklich reif, wenn er Glaubensleben weitergegeben hat. Darauf ist weltweit ein großer Akzent zu legen. Ein weiterer ganz wichtiger Akzent ist auch, dass wir wieder die Quellen des Lebens stärken müssen: Ehe und Familie sind ein so wichtiges Thema, gerade für die westliche Hemisphäre, wenn die Völker sich nicht selber ausrotten wollen.

domradio: Kann man ein Bischofsamt überhaupt ausführen ohne Liebe zur Liturgie und Eucharistie?
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner: Das ist die Voraussetzung, dass man Priester oder Bischof wird. Hier kann man sagen, in der Liturgie, was Paulus sagte: In ihm leben wir, in ihr leben wir, bewegen wir uns und sind wir. Ich bin jetzt im 46. Priesterjahr, im 33. Bischofsjahr, 25 Jahre Kardinal - ich hätte das nicht durchgestanden, wenn ich nicht täglich an den Altar hätte treten können. Und darum ist und bleibt, was Benedikt sagt: Dem Gottesdienst darf nichts vorgezogen werden. Weil es nämlich die Berührung des Menschen mit dem lebendigen Gott ist.
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