Heilmittel gegen Einsamkeit ist Heiligenverehrung
Nov 03, 2007
Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat zu einer Verehrung der Heiligen aufgerufen. Dies sei das «Heilmittel» gegen die Einsamkeit, unter der viele Menschen heute litten, sagte Meisner laut Redemanuskript in seiner Predigt zum Allerheiligenfest am Donnerstag in Köln.
(epd, 01.11.2007) Köln. «Wenn wir die Heiligen verehren, kommen nicht die Toten zu uns auf Besuch, sondern die Lebenden.» Die Kirche lebe mit der Gemeinschaft der Heiligen, so Meisner weiter.
So würden in jeder Messe nicht nur die Gläubigen angesprochen, sondern auch die unsichtbaren Glieder des Leibes Christi, die Heiligen. Erst in der Gemeinschaft mit ihnen werde der große Hunger nach «wirklicher Gemeinschaft durch die Welt» gestillt, wie ihn schon Friedrich Schiller und Karl Marx beschrieben hätten.
Allerdings sei die Gemeinschaft im kirchlichen Raum nicht immer das, was sie sein solle, bemängelte der Kardinal. Es gebe Gemeinden, die nur verwaltet würden. Eine Unmenge von Organisationen sei noch kein Beweis dafür, «dass eine Pfarrgemeinschaft da ist, dass die Wirklichkeit des lebendigen Christus in ihr berührbar wird».
Als wichtigste Gemeinschaft bezeichnete Meisner die Familie, denn sie umfasse «die Fülle des Lebens». Von ihrer substanziellen Gesundheit hänge das Leben der Gesellschaft und der Kirche ab. Aber diese Zelle sei heute nicht mehr intakt. «Nur dort, wo der Geist des Dienens, der Geist des Füreinander-Daseins in einer Familie zu Hause ist, da ist die Familie gesund und vital», betonte der Erzbischof.