Kardinal Meisner wirft Kirchentag Beliebigkeit vor
Jun 05, 2007
Unmittelbar vor Beginn des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Köln hat Kardinal Joachim Meisner dem Kirchentag Beliebigkeit vorgeworfen.
(dpa, 5. Juni 2007) Köln. „Das Programmbuch mit seinen 600 Seiten erweckt zunächst den Eindruck eines ,Leipziger Allerleis‘“, schreibt der katholische Erzbischof von Köln in einem Grußwort im heutigen „Kölner Stadt-Anzeiger“. Es sei „dringend zu wünschen“, dass aus der Fülle von Themen und Veranstaltungen eine „Kölner Eindeutigkeit“ entsteht, so Meisner weiter. Er zitiert dazu den französischen Schriftsteller und Reformkatholiken Léon Bloy (1846-1917), der den „modernen Predigern“ vorhält, „stundenlang zu salbadern und sich mit vollendeter Geschicklichkeit um das Ja und Nein herumzudrücken“.
Kirchentagspräsident Reinhard Höppner sagte dazu, er könne die Kritik „nicht nachvollziehen“. Das Programm habe „einen klaren roten Faden“. Es gehe darum, „sich im Glauben zu vergewissern und Kraft zu schöpfen, um Verantwortung für die Welt wahrzunehmen“.