Joachim Cardinal Meisner Joachim Cardinal Meisner
Function:
Archbishop of Köln, Germany
Title:
Cardinal Priest of S Pudenziana
Birthdate:
Dec 25, 1933
Country:
Germany
Elevated:
Feb 02, 1983
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal pilgerte nach Lautenbach
May 16, 2007
Am Sonntag, dem 90. Jahrestag der ersten Marienerscheinung in Fatima, war Joachim Kardinal Meisner in Lautenbach. Aus seinem Besuch wurde ein kirchliches Happening. 500 Gläubige wohnten dicht gedrängt dem Wallfahrtsgottesdienst in der Kirche Mariä Krönung bei.

(baden-online.de, 15.05.2007) Lautenbach. »Wohl noch nie in seiner 800-jährigen Geschichte als Wallfahrtsort hat Lautenbach den Besuch eines Kardinals bekommen«,  sagte Lautenbachs Pfarrer Benno Gerstner am Sonntag zu Beginn des feierlichen Wallfahrtsgottesdienstes. Erst Joachim Kardinal Meisner habe dieses Ereignis Wirklichkeit werden lassen.
Im November 2005 habe der Kölner Erzbischof mit seinen Studienkollegen eine Führung durch die Wallfahrtskirche genossen. Gerstner fragte ihn, ob er nicht  zu einem Wallfahrtstag kommen wolle. Meisner habe spontan zugesagt – und sein Versprechen gehalten. »Eine meiner Schwächen ist: Ich kann nicht nein sagen«, fügte der Kardinal schmunzelnd an.
Für den Kardinalbesuch hatte sich Lautenbach herausgeputzt. Die Durchfahrtsstraße war mit gelbweißen Kirchenfahnen geschmückt. Obwohl der Gottesdienst erst auf 19 Uhr angesetzt war, kamen die ersten Gläubigen bereits gegen 13 Uhr, um sich in der Kirche einen guten Platz zu sichern. Um 15 Uhr war der benachbarte Schulhof vollgeparkt. Manche holten ein kleines Tischchen und Klappstühlchen aus dem Kofferraum und vesperten zwischendurch. Bald waren die etwa 350 Plätze in der Kirche belegt, sodass Helfer Dutzende von Stühlen aus dem Pfarrsaal und anderswo herbeitrugen. »Ich habe allein 60 Ersatzstühle aufgestellt«, bilanzierte Josef Huber, Mitglied des Pfarrgemeinderates.
Schließlich drängten sich 500 Gottesdienstbesucher in der Kirche. Wie immer mit dabei waren 50 Buswallfahrer aus Malsch, dem früheren Wirkungsort von Pfarrer Gerstner. »Ich war schon etwa 80-mal hier«, resümierte Busfahrer Roland Werner. Der Gottesdienst, dem Beichtgelegenheit bei Pfarrer i. R. Walter Sutterer sowie ein Rosenkranz vorausgingen, erhielt durch den Kirchenchor Lautenbach unter Dirigent Michael Erdrich seinen musikalischen Glanz. Begleitet wurde der Chor durch ein Orchester um Michael Klett und die Solisten Rebecca Ritter, Peter Erdrich und Markus Doll. Aufgeführt wurden eine Schubert-Messe, ein »Ave Maria« und »Ohne Vorbehalt und Sorge« aus eigener Produktion.
Gebet überwindet Mauern
In seiner Predigt rief Kardinal Meisner zu Buße und Gebet auf. Damit könne man, einem Psalm gemäß, über Mauern springen. Zweimal sei er einem Irrtum erlegen, sagte der 73-jährige Kardinal, der 56 Jahre – erst unter Hitler, dann unter dem SED-Regime in der DDR – in Diktaturen gelebt hatte. Er habe geglaubt, dass er den Untergang des Kommunismus nicht mehr erleben werde und, zweiter Irrtum, dass es danach keine Probleme mehr geben werde.
»Der Mauerfall brachte kein goldenes Zeitalter. Die Probleme wurden nur anders«, so Meisner, der auf das Jahr 1917 hinwies. Im selben Jahr, in dem der Kommunismus das Licht ausgeknipst habe, sei von den Marienerscheinungen in Fatima die Verheißung gekommen, dass die Sonne wieder aufgehen werde. Das Gebet sei die stärkste Botschaft der Welt. Es sei wie eine Himmelsleiter, die zu Gott führe. Jesus habe den Menschen am Ende seines Lebens vom Kreuz herab Maria geschenkt. Das Geschehen von Fatima, das sich am Sonntag auf den Tag genau zum 90. Mal jährte, könne man deshalb nicht einfach abhaken.
Europa wolle sich eine Verfassung ohne Gottesbezug geben. Ein ganzer Kontinent sei dabei, sich von Gott abzukoppeln, bedauerte er. Dies sei eine geistige Selbstverstümmelung. Meisner setzte dem die Macht des Gebetes entgegen. Zum Gottesdienst, der mit Applaus der Gläubigen endete, war beim Altar eine blumengeschmückte Statue der Muttergottes von Fatima aufgestellt, zu ihren Füßen ein Bild der Seherkinder. Es folgte eine Lichterprozession um den Wallfahrtsbezirk zur Mariensäule, ehe es wieder zur Kirche ging. Hier erklang noch eine Reihe von Marienliedern.
Abschließend trafen sich der Pfarrgemeinderat und Mitarbeiter der Pfarrei mit Kardinal Meisner zu einem Imbiss im Pfarrsaal. Meisner schaute sofort jovial in die Küche hinein, was es denn Gutes gebe. Es war ein herzhaftes Schwarzwälder Vesper. Auch sonst gab sich der eher konservative Würdenträger volkstümlich und leutselig. Als Pfarrer Gerstner an der Mariensäule zum nächsten Wallfahrtstag im Juni einlud, sprach Meisner ins Mikrofon: »Ich entschuldige mich jetzt schon.«
Zeugnis aus Lautenbach
Aussagekräftig war das Nummernschild an seinem BMW, das neben Köln, dem Amtssitz, und seinen Initialen »JM« auch die Zahl »1962«, das Jahr seiner Priesterweihe, aufwies. Übernachtet hat der erste Kardinal, der Lautenbach besuchte, im Gasthof »Kreuz«. Als Andenken erbat er sich einen historischen Beleg der Wallfahrt. Er sammle diese Zeugnisse von allen Wallfahrtsorten, die er besuche.
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