Kardinal Meisner kritisiert Abtreibung und Embryonenforschung
Apr 10, 2007
Osterpredigt im Kölner Domю
Köln (ddp-nrw, 8.4.2007). In seiner Osterpredigt im Kölner Dom hat sich Kardinal Joachim Meisner am Sonntag deutlich gegen Abtreibung und Embryonenforschung ausgesprochen und vor der wachsenden Kinderlosigkeit in der Gesellschaft gewarnt. Menschen würden zunehmend über ihren gesundheitlichen Zustand definiert, beklagte Meisner. Dies zeigten die Praxis von pränataler Diagnostik und Abtreibung und der unbefriedigende Umgang mit unheilbar Kranken. «Das alles ist mehr oder weniger in Europa schreckliche Gegenwart», sagte der Kölner Erzbischof.
«Man versucht heute, ungeborene Kinder, das heißt Embryonen, als Heilmittel zu verarbeiten, um alt und krank gewordenes Leben sanieren zu können», erklärte er. «Ungeborene Kinder müssen sterben, um geborene Menschen zu heilen. Das kann doch nicht sein!»
Auf der anderen Seite wachse die Kinderlosigkeit in der Gesellschaft, klagte Meisner: «Westeuropa scheint sich aus der Geschichte verabschieden zu wollen», sagte er. «Es demontiert seine Zukunft, indem es nicht mehr Zuversicht und Freude vermitteln kann, damit Eltern Kindern das Leben schenken.»
Abtreibungen trügen zu diesem Prozess noch bei, warnte Meisner. «Wenn nur die Hälfte der jährlich abgetriebenen Kinder in unserem Land zur Welt käme, dann wäre damit eine echte Überlebenschance unserer Zivilisation gegeben», sagte er. Erst wenn alle Kinder, die jedes Jahr abgetrieben würden, leben dürften, wäre das Land ein Ort mit Leben, Zukunft und Hoffnung. «Dann wären wir ein österliches Land.»