Kardinal Meisner kritisiert Familienpolitik der Bundesregierung
Mar 26, 2007
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat die Familienpolitik der Bundesregierung als «Scheckbuchpolitik» kritisiert.
Frankfurt/Main (dpa, 25.03.2007) - Der Kölner Kardinal Joachim Meisner kritisiert die derzeitige Familienpolitik als «Scheckbuchpolitik».
«Alle wichtigen Probleme - so glaubt man - lassen sich mit Geld lösen», schreibt Meisner in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».
Der niedrigen Geburtenrate jedoch sei durch finanzielle Mittel nicht beizukommen. Die Gleichung «je mehr Krippen, desto mehr Kinder» sei falsch. So sei das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren in keiner Gegend Deutschlands so ausgebaut wie in den neuen Ländern, «und nirgendwo ist die Geburtenrate so niedrig wie dort».
Flexible Arbeitszeiten oder Teilzeitbeschäftigung seien für Paare, die daran denken, ein Kind zu bekommen, wichtiger als Betreuungsplätze, sagte Meisner. Der von der Bundesregierung angestrebte Ausbau der Kinderbetreuung erwecke den Eindruck, Kinder seien zwar nötig für die Gesellschaft, aber eine Last für die Eltern. «Unser Land braucht eine Mentalität, die sagt: Kinder sind ein Geschenk und Elternschaft ist ein Ausdruck von Lebensfreude», betonte der Kardinal.