Familienbild muss sich verbessern
Sept 12, 2006
Für Familien muss in Deutschland auch im Bezug auf das herrschende Bild von Ehe und Familie mehr getan werden. Diese Ansicht vertrat der Erzbischof Joachim Kardinal Meisner beim heutigen Journalistenempfang in Köln anlässlich des Welttages der sozialen Kommunikationsmittel.
KÖLN, 7. September 2006 (ZENIT.org).- Die Klage über zu geringe Geburtenzahlen in Deutschland sei zu wenig, wenn nicht gleichzeitig mehr für die inhaltliche Wertschätzung von Ehe und Familie getan werde, bekräftigte der Kardinal vor den Medienvertretern. "Hier lässt sich noch manches verbessern, und ich bitte Sie, sich ein offenes Auge für diese Notwendigkeit zu bewahren."
Wer die Bedeutung der Familien leugne, brauche sich "nicht zu wundern, dass unser Sozialsystem zusammenbricht". Das Erzbistum Köln habe für das kommende Jahr Ehe und Familie zum pastoralen Schwerpunkt gewählt und werde dabei vielfältige Angebote und Impulse geben. So werde dieses Thema beispielsweise sowohl in der Firmvorbereitung als auch an den katholischen Schulen verstärkt aufgegriffen. Kardinal Meisner fügte hinzu, dass nicht zuletzt der Weltjugendtag und die Reaktionen der Teilnehmenden verdeutlichten, dass es unter jungen Menschen ein sehr großes Interesse an Orientierung für Partnerschaft, Ehe und Familie gebe.
"Manche Menschen mögen uns für weltfremd halten, wenn wir – trotz aller gesellschaftlichen Realitäten – am Idealbild von Ehe und Familie festhalten. Glauben Sie mir, ich bin kein idealistischer Träumer, aber wenn wir das Ziel und das Ideal lebendiger Familien aufgeben, dann brauchen wir über ein Ziel wie den Weltfrieden erst gar nicht mehr zu reden."
Dr. Holger Dörnemann, Leiter des Referats Ehe- und Familienpastoral im Erzbistum Köln, erläuterte seinerseits den Planungsstand für das Schwerpunktthema Ehe und Familie, bei dem die verschiedenen Einrichtungen und Ebenen der Jugend- und Erwachsenenseelsorge kooperieren sollen. Darin seien besonders die katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen, die Erziehungsberatung und die Einrichtungen der Familienbildung einbezogen. In den Kreis- und Stadtdekanaten gebe es jetzt zehn Referenten für Ehe- und Familienpastoral als ortsnahe Ansprechpartner. Auch die Entwicklung von 85 Kindertagesstätten zu Familienzentren gehöre zu diesem Konzept, ebenso wie die "Woche für das Leben" 2007 und eine Familienwallfahrt der Bistümer Köln, Aachen und Trier am 6. Mai kommenden Jahres.