Kardinal Meisner für Ehesplitting-Reform
Jul 03, 2006
Staat soll Familien mit Kindern mehr unterstützen
BERLIN (dpa, 27.06.2006) Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat sich für eine Reform des steuerlichen Ehegattensplittings zu einem Familiensplitting ausgesprochen. "Der Staat muss daran interessiert sein, stabile Verhältnisse für künftige Generationen zu schaffen. Dazu war das Ehegattensplitting früher ein gutes Instrument. Der Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse hat das geändert", so Meisner.
CDU-Generalsekretär Pofalla hatte einen Umbau des Ehegattensplittings vorgeschlagen. Kanzlerin Merkel (CDU) unterstützt dies, CSU-Chef Stoiber (CSU) ist dagegen.
Laut Meisner müsse sich der Staat - auch aus demographischen Gründen - viel mehr als bisher bemühen, Familien mit Kindern zu unterstützen. Dabei dürfe man sich nicht nur auf die Fremdbetreuung der Kinder konzentrieren. "Die Ersetzung des Ehegattensplittings durch ein reguliertes Familiensplitting ist aus meiner Sicht also durchaus eine mögliche Option", schreibt Meisner.
Problematisch sei, dass dadurch ungewollt kinderlose Ehepaare schlechter als bisher gestellt werden: "Ich gehe aber davon aus, dass für Christen und Nichtchristen in unserer Gesellschaft die Lebensfähigkeit kommender Generationen hohes Gewicht hat, hinter dem sie eigene Nachteile zurückzustellen bereit sind. Ohnehin wäre eine Ehe, die nur um des finanziellen Vorteils willen eingegangen würde, nach katholischer Auffassung nichtig."