Joachim Cardinal Meisner Joachim Cardinal Meisner
Function:
Archbishop of Köln, Germany
Title:
Cardinal Priest of S Pudenziana
Birthdate:
Dec 25, 1933
Country:
Germany
Elevated:
Feb 02, 1983
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German ,Eine sitzende Kirche ist nicht vorgesehen’
Jun 18, 2006
Die Grundstruktur des Christentums ist Bewegung und Unterwegssein, sagte Joachim Kardinal Meisner im Interview mit „Kirche in Not“.

Köln (www.kath.net/KiN, 16. Juni 2006) „Das Christentum ist nicht in erster Linie eine Institution, sondern eine Expedition. Eine sitzende Kirche ist im Neuen Testament nicht vorgesehen, sondern eine Kirche im Vormarsch.“ Das sagte Kardinal Joachim Meisner im Interview mit „Kirche in Not“.

Der Erzbischof von Köln leitet am 17. Juni die Wallfahrt von „Kirche in Not“ nach Maria Einsiedeln leiten. KATH.NET hat berichtet. Die Attraktivität von Wallfahrten habe „weniger mit der Mobilität unserer Gesellschaft zu tun als mit der Grundstruktur des Christentums“, erklärte Meisner. „Christen müssen also gut zu Fuss sein.“

Die Kirche müsse sich außerdem in die Gesellschaft einbringen. „Und unter Kirche verstehe ich hier nicht nur Bischöfe und Priester, sondern alle katholischen Christen, die sich bei wichtigen Fragen – auch innerhalb der Politik – lautstark zu Wort melden müssen. Die schweigende Mehrheit in der Kirche ist eigentlich ungehorsam gegenüber dem Wort des heiligen Paulus: ,Verkünde das Wort, sei es gelegen oder ungelegen!’ (2 Tim 4,2). Oft ist unser Wort ungelegen, aber darum für die Gesellschaft umso wichtiger. Als Christen sind wir keine Besserwisser, aber unser Gott weiss alles besser. Und das haben wir glaubwürdig unseren Mitmenschen zu vermitteln.“

Die Kirche in Deutschland leide „nicht so sehr unter Priestermangel als vielmehr unter Christenmangel“, meinte der Kardinal. „In der Erzdiözese Köln kommt auf drei Beerdigungen nur eine Taufe.“ Als grösste Herausforderung der katholischen Kirche in den nächsten Jahren sieht Meisner „die Sünde der Menschen“. Wie diese spezifische Sünde des Menschen in Jahren aussehen wird, wisse er nicht. „Ich weiss nur eines: Wenn der Mensch Gott vergisst, dann verliert er das Bild vom Menschen, und dann wird die Welt zum Chaos.“

Der Weltjugendtag habe gezeigt, „dass unsere Jugend sich nicht mehr mit Wirtschaftswachstum, mit sozialem Prestige und mit Erfolg allein abspeisen lässt. Der Papst sagt: ,Wer der Jugend weniger als Gott gibt, der gibt ihr zu wenig’. Uns dieser Jugend zu verschreiben, ist eine grossartige Perspektive, die vor uns liegt. In der Kirche wird man nie arbeitslos. Hier behält man Arbeit auf Lebenszeit.“
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