Kardinal Meisner kondolierte zum Tod von Paul Spiegel
May 07, 2006
„Gott vollende dieses Lebenswerk der Versöhnung“, sagte der Kölner Erzbischof. Vor über einem Jahr hatte ihm Paul Spiegel rechtliche Schritte wegen einer Predigt angedroht.
Köln (www.kath.net, 02. Mai 2006) Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat zum Tod von Paul Spiegel den Angehörigen und dem Zentralrat der Juden kondoliert. „Zum Heimgang des Präsidenten des Zentralrats der Juden spreche ich dem Zentralrat und seiner Familie meine aufrichtige Anteilnahme aus“, heißt es im Kondolenzschreiben.
„Paul Spiegel hat sich hoch engagiert für das Judentum in Deutschland eingesetzt. In seiner Begegnung mit Papst Benedikt XVI. in der Kölner Synagoge im August des vergangenen Jahres sah er einen Höhepunkt in den Versöhnungsbemühungen zwischen Juden und Christen. Gott vollende dieses Lebenswerk der Versöhnung.“
Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden hatte vor über einem Jahr den Kölner Erzbischof massiv wegen einer Predigt kritisiert. Meisner hatte bei der Dreikönigs-Predigt am 24. Januar 2005 gesagt: „Wo der Mensch sich nicht relativieren und eingrenzen lässt, dort verfehlt er sich immer am Leben: zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.“ Paul Spiegel drohte darauf hin dem Kölner Kardinal rechtliche Schritte an.