Joachim Cardinal Meisner Joachim Cardinal Meisner
Function:
Archbishop of Köln, Germany
Title:
Cardinal Priest of S Pudenziana
Birthdate:
Dec 25, 1933
Country:
Germany
Elevated:
Feb 02, 1983
More information:
www.catholic-hierarchy.org
Send a text about this cardinal »
View all articles about this cardinal »
German Meinungsfreiheit nicht absolut setzen
Mar 11, 2006
Vor dem Hintergrund des Karikaturenstreits hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner eine Verabsolutierung der Meinungsfreiheit zurückgewiesen.

(Kipa, 10.03.2006) Zwar sei sie ein hohes menschliches Gut und dürfe um des Menschen willen nicht zur Disposition gestellt werden. Meinungsfreiheit finde aber dort ihre Grenzen, wo Gott gelästert werde. Meisner weiter: "Wer im Namen der Freiheit verletzt, was Menschen heilig ist, verletzt die Würde des Menschen und höhlt die Freiheit aus."

Gotteslästerung auch ein Verbrechen gegen den Menschen

Gotteslästerung bedeute Menschenverachtung und sei damit immer auch ein Verbrechen gegen den Menschen, so der Kardinal. Nachdrücklich mahnte er zur Ehrfurcht gegenüber Grundhaltungen anderer. "Ehrfurchtlosigkeit macht aus dem Zusammenleben der Menschen einen Kriegsschauplatz", sagte er unter Verweis auf die Ausschreitungen in den vergangenen Wochen.

"Ein Gebot der Stunde"

Es sei in Deutschland und anderen Ländern "ein Gebot der Stunde", Ehrfurcht als wichtigste Haltung zu praktizieren, forderte Meisner. Dabei liessen sich Achtung und Respekt nicht nur per Gesetz verordnen. Vielmehr müssten sie als Grundhaltung eingeübt werden. Der Kardinal warnte, wo grundlegender Respekt ausbleibe, da fehlten auch die anderen Grundlagen des Zusammenlebens.

Achtung vor dem Glauben anderer – auch in der Kunst

Damit Menschen verschiedener religiöser und weltanschaulicher Bekenntnisse – an Gott Glaubende, Agnostiker und Atheisten – auf Dauer zusammenleben könnten, müssten sie von Achtung vor der Überzeugung und dem Glauben der anderen durchdrungen sein.

Meisner bemängelte, heute würden auch Ehrfurchtslosigkeit und Ehrabschneidungen von den Gerichten als rechtens erkannt, wenn sie in einer "so genannten künstlerischen Form geschehen". Auch die Kunst sei aber der Wahrheit verpflichtet. Davon losgelöst werde sie zu einem Dämon, "der die Würde des Menschen niederwalzt".
43 READERS ONLINE
INDEX
back to the first page
printer-friendly
CARDINALS
in alphabetical order
by country
Roman Curia
under 80
over 80
deceased
ARTICLES
last postings
most read articles
all articles
CONTACT
send us relevant texts
SEARCH