Kardinal kam nicht: Meisner war erkältet
Jan 07, 2006
Die Sinzenicher Pfarrkirche St. Kunibert war festlich geschmückt, und alle Chöre der Gemeinde hatten intensiv für das große Ereignis geprobt. Doch für Joachim Kardinal Meisner konnten die Gemeindechöre gestern nicht singen.
(Kölner Stadt Anzeiger, 27.12.05) Zülpich-Sinzenich - Dechant Siegbert Ising verriet den Grund für die Abwesenheit des Erzbischofs von Köln: „Auch Kardinäle sind halt nur Menschen, die krank werden können.“ Gestern hatte es Kardinal Meisner „erwischt“.
Im vergangenen Jahr war Meisner erstmals von der Tradition abgewichen, den Zweiten Weihnachtstag gemeinsam mit Ordensschwestern zu verbringen. Er beging das „Fest der Heiligen Familie“ in der Sinzenicher Pfarrkirche. Was Meisners Verbundenheit zu einem seiner engsten früheren Mitarbeiter zu verdanken war.
Der Sinzenicher Pfarrer Guido Zimmermann war „erzbischöflischer Kaplan und Geheimsekretär“, bevor er im Juli 2004 auf eigenen Wunsch Seelsorger im Pfarrverbund Zülpich-Süd wurde. Pfarrer Zimmermann: „Im vergangenen Jahr hat ihm die Messe und vor allem die Krippe von Lothar Zeller sehr gut gefallen.“ Der Wunsch des Erzbischofs, auch an diesem Zweiten Weihnachtstag das Hochamt in Sinzenich zu zelebrieren, wurde durch eine schwere Erkältung vereitelt.
„Nur“ wegen des Kardinals waren die Gläubigen aber im vergangenen Jahr nicht in der Kirche erschienen. „St. Kunibert ist am Zweiten Weihnachtstag immer so voll“, so Ortsvorsteher Josef Heinrichs. Auch gestern war das Gotteshaus bis auf den letzten Platz gefüllt. So hatte Dechant Siegbert Ising, der unfreiwillig zum Hauptzelebranten wurde, eine würdige „Kulisse“ für eine seiner letzten Amtshandlungen. Ende Januar geht Ising in den Ruhestand. Ein neuer Dechant für das Dekanat Zülpich wird nicht mehr ernannt.
Zum 1. Januar werden die Dekanate Zülpich, Bad Münstereifel und Euskirchen fusionieren. Die beiden letztgenannten Dekanate haben schon seit einiger Zeit keinen Dechanten mehr. Laut Rendant Norbert Schröder ist Personalmangel einer der Gründe für den Zusammenschluss: „Nach der Fusion sind weniger Gremien nötig.“ Am 18. Januar werden die Geistlichen der fusionierten Dekanate einen neuen gemeinsamen Dechanten wählen. Laut Wunsch des Kardinals soll dieser Priester gleichzeitig Kreisdechant werden. Der amtierende Kreisdechant Bernhard Auel wird als aussichtsreichster Anwärter für diese Doppelfunktion gehandelt.