Streit über Nachfolge von Kardinal Meisner
Nov 06, 2005
Papst Benedikt XVI. hat offenbar den Kandidaten abgelehnt, den der Kölner Erzbischof für seine eigene Nachfolge vorgeschlagen hat.
(netzeitung.de, 29. Okt 2005) Zwischen Kardinal Joachim Meisner und dem Vatikan gibt es Unstimmigkeiten über den Nachfolger des Kölner Erzbischofs, wie das Magazin «Spiegel» berichtet.
Demnach hat Meisner Papst Benedikt XVI. vergeblich davon zu überzeugen versucht, den 49-jährigen Weihbischof Rainer Woelki als Koadjutor einzusetzen. Diese Funktion an der Seite eines amtierenden Bischofs beinhaltet das Recht der automatischen Nachfolge. Meisner muss sein Amt in drei Jahren aus Altersgründen aufgeben.
Aus dem Umfeld von Benedikt XVI. im Vatikan verlautete laut «Spiegel», der Papst habe Meisner klar zu verstehen gegeben, dass ein solcher Weg bei der Neubesetzung in Köln nicht in Frage komme.
Da der von Meisner favorisierte Woelki in Köln als unselbstständiger Befehlsempfänger des Erzbischofs gelte, sei das Vorpreschen des Kardinals in Kölner Katholikenkreisen auf Unmut gestoßen, berichtete das Magazin weiter.
Von Priestern des Kölner Priesterrats deswegen zur Rede gestellt, habe Meisner allerdings abgestritten, derartige Pläne zu verfolgen. «Mir ist von einem solchen Vorgang nichts bekannt», wird der Erzbischof zitiert.