Renato Raffaele Cardinal Martino Renato Raffaele Cardinal Martino
Function:
President of Justice and Peace, Roman Curia
Title:
Cardinal Deacon of St. Francis of  Paola ai Monti
Birthdate:
Nov 23, 1932
Country:
Italy
Elevated:
Oct 21, 2003
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Martino mahnt zum Frieden in Nord-Kivu
Oct 31, 2008
Flächenbrand im Bereich der Großen Seen befürchtet - Bischöfe wollen als Vermittler in der neuesten Phase des kongolesischen Bürgerkriegs auftreten

Vatikanstadt-Kinshasa, 31.10.08 (KAP) Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax"), Kardinal Renato Raffaele Martino, hat der internationalen Gemeinschaft Tatenlosigkeit angesichts der Situation im Osten von Kongo-Kinshasa vorgeworfen. Die Welt dürfe nicht weiter zusehen, wie in der Provinz Nord-Kivu unzählige Menschen Opfer von Gewalt und Barbarei werden und Zehntausende von Flüchtlingen bittere Not leiden. Die Weltgemeinschaft müsse sich für eine rasche Lösung der politischen Schwierigkeiten einsetzen und insbesondere die Einhaltung der innerkongolesischen Friedensverträge überwachen. An die Konfliktparteien appellierte der Kardinal, der "Logik der Vergeltung" abzuschwören und den Weg der Verhandlungen und des Dialogs zu wählen. Eine Lösung des Konflikts in Nord-Kivu habe auch Bedeutung für den Frieden in der gesamten Region der Großen Seen (Grands Lacs), so Martino weiter. Anfang 2008 waren nach UNO-Angaben 800.000 Menschen in Nord-Kivu auf der Flucht; mittlerweile sei die Zahl auf eine Million angewachsen.

Am Mittwoch hatten sich die Truppen der Zentralregierung überraschend aus der Provinzhauptstadt Goma zurückgezogen. Schon in den nächsten Tagen wird damit gerechnet, dass die Rebellen unter dem abtrünnigen General Laurent Nkunda die Stadt einnehmen. Kirchenvertreter aus der Region der Großen Seen fürchten einen Flächenbrand und rufen eindringlich zum Frieden auf. Bischöfe bieten an, bei Gesprächen zwischen Regierung und Rebellen zu vermitteln; sie wollen eine Ausweitung der Feindseligkeiten auf Ruanda, Burundi und auf andere Teile des Kongo verhindern.

Wie schwierig die Situation geworden ist, zeigt das Bespiel des Salesianer-Paters Mario Perez, der in Goma ein Don-Bosco-Zentrum leitet. Er sagte "Radio Vatikan" telefonisch, dass er unter allen Umständen in der Stadt bleiben wolle: "Wir haben hier 350 Kinder, davon 70 unter drei Jahren, die sonst keinen haben, der sich um sie kümmert".
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