Renato Raffaele Cardinal Martino Renato Raffaele Cardinal Martino
Function:
President of Justice and Peace, Roman Curia
Title:
Cardinal Deacon of St. Francis of  Paola ai Monti
Birthdate:
Nov 23, 1932
Country:
Italy
Elevated:
Oct 21, 2003
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Finanzkrise: Heiliger Stuhl für Solidarität mit den ärmsten Ländern
Oct 27, 2008
Kardinal Martino fordert bei Studientag Neudefinition der Marktregeln - "Gewinnmaximierung ist nicht alles"

Vatikanstadt, 26.10.08 (KAP) Die Regierungen müssen in der aktuellen Finanzkrise mehr Solidarität mit den ärmsten Ländern zeigen. Das betonte der Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax"), Kardinal Renato Raffaele Martino, bei einem internationalen Studientag zur Finanzkrise im Vatikan. Dabei ging es unter dem Vorsitz des UNO-Beauftragten für Entwicklungshilfe, Oscar de Rojas, um die Frage, wie die Unterstützung für die ärmsten Länder des "Südens" trotz der Rezession gesichert werden kann. Der Kollaps der Finanzmärkte habe einmal mehr bewiesen, dass moralische Prinzipien auch für die Wirtschaft eine zentrale Rolle spielen müssen, betonte Martino vor den Finanzexperten.

"Globalisierung bedeutet auch, dass man in solchen Krisen, die sich auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken, solidarisch mit den kleinsten und ärmsten Ländern ist und ihnen hilft", sagte Kardinal Martino wörtlich. Deshalb habe der Vatikan Wirtschaftswissenschaftler und Experten zu dem Studientag eingeladen. Der Heilige Stuhl müsse wissen, wie er in dieser Situation Stellung beziehen und welche Lösungen er vorschlagen kann.

Kardinal Martino verurteilte ein Wirtschafts- und Finanzsystem, das - zugunsten der eigenen Interessen - die Interessen und den Wohlstand der gesamten Menschheit vernachlässigt habe. Daher müssten die Marktregeln an sich neu definiert und überdacht werden. Die Logik des Marktes sei bisher ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtet gewesen. Die katholische Soziallehre habe hier einen anderen Ansatz, so Martino. Es gebe auch die Pflicht der Regierungen, den Markt stärker zu beaufsichtigen. Und schließlich dürfe der Markt nicht nur für diejenigen profitabel sein, die Kapital hineinstecken, sondern auch für die Menschen, die durch ihre Arbeit dazu beitragen, dass dieses Kapital wächst.
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