Renato Raffaele Cardinal Martino Renato Raffaele Cardinal Martino
Function:
President of Justice and Peace, Roman Curia
Title:
Cardinal Deacon of St. Francis of  Paola ai Monti
Birthdate:
Nov 23, 1932
Country:
Italy
Elevated:
Oct 21, 2003
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal mit rosa Brille
Dec 20, 2005
Kürzlich besuchte ein Kurienkardinal die Russische Föderation. Als ihm dort von der lokalen katholischen Wochenzeitung eine respektvoll kritische Frage gestellt wurde, kippte die Jubelstimmung des Prälaten.

(kreuz.net, 18. Dezember 2005) Ende November reiste der Präsident des Päpstlichen Rates Justitia et Pax, Raffaele Kardinal Martino, nach Rußland. Der Kardinal traf sich auch mit verschiedenen Vertretern des Moskauer Patriarchates.

Am Ende seines Aufenthaltes gewährte er am 1. Dezember der katholischen Wochenzeitung ‘Svet Evangelia’ – Licht des Evangeliums – ein Interview. Darin zieht Kardinal Martino eine enthusiastische Bilanz seiner Treffen mit den Russisch-Orthodoxen.

Er nehme viele sehr positive Eindrücke nach Rom mit und hoffe, auch den Papst damit „beglücken“ zu können.

Sehr zufrieden sei er über das Treffen mit Metropolit Kyrill – dem Präsidenten des Departements für Außenbeziehungen im Moskauer Patriarchat.

Eine Begegnung mit dem Patriarchen von Moskau und ganz Rußland wurde kurzfristig wegen angeblicher Gesundheitsprobleme des Patriarchen abgesagt.

Man habe über verschiedene Probleme der europäischen Integration, die gemeinsamen christlichen Wurzeln sowie die Säkularisierung gesprochen und dabei eine „tiefe Übereinstimmung“ entdeckt.

Er glaube, daß jetzt nach einer langen Zeit der Mißverständnisse – an denen nie nur eine Seite schuld sei – der Beginn einer fruchtbareren Zusammenarbeit bevorstehe.

Doch der Optimismus des Kardinals schlug während des Interviews in Gereiztheit um. Anlaß war die folgende Frage des Chefredaktor von ‘Svet Evangelia’:

„Welche sind die wichtigsten Resultate ihres Treffens? Warum wurden weder der Präsident der Russischen Bischofskonferenz noch der katholische Erzbischof von Moskau eingeladen, daran teilzunehmen, während der Direktor der russischen ‘Caritas’ eine Einladung erhielt?“

Der Kardinal weicht der Frage zunächst mit diplomatischen Floskeln aus.

Wie er bereits gesagt habe, stünden wir am Beginn einer neuen und – wie er hoffe – langen Phase eines gemeinsamen Weges. Das erste Ergebnis bestehe darin, daß das Interesse zum Ausdruck gekommen sei, einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Das scheine ihm nicht wenig zu sein. Er glaube, daß weitere Schritte nicht auf sich warten ließen.

Doch dann ändert sich die Jubelstimmung des Kardinals fast mitten im Satz.

Statt auf die klare Frage eine klare Antwort zu geben, erklärt der Kirchenfürst, daß er überrascht sei, aus der gestellten Frage „ein gewisses Ressentiment“ herauszuhören.

Ihm scheine, daß „wir alle über die erreichten positiven Resultate zufrieden sein müssen“. Es wäre merkwürdig, diese von „Erfordernissen des Protokolls“ abhängig zu machen.

Es scheine ihm, daß die Teilnehmerzahl an diesem ersten und – er wiederhole sich – ziemlich fruchtbaren Treffen, angesichts der behandelten Problematiken und der Ebene ihrer Bearbeitung optimal gewesen sei.

Er möchte schließlich daran erinnern, daß der Erzbischof von Moskau nicht in der Stadt gewesen sei und Hw. Aleksandr Petschik beauftragt habe, ihn zu vertreten.

Kardinal Martino erklärt nicht, warum sich der örtliche Erzbischof ausgerechnet während des offiziellen Besuches eines römischen Kardinals und seines Treffens mit dem Moskauer Patriarchat nicht in Moskau befunden haben soll.

Beobachter erklären, daß das Moskauer Patriarchat der Katholischen Kirche gegenüber seit Jahrzehnten eine doppelte Strategie verfolge.

Auf der einen Seite ignoriere, behindere und denunziere sie die katholische Lokalkirche in Rußland systematisch.

Bis zum heutigen Tag habe es noch nie ein Treffen zwischen dem Erzbischof von Moskau und dem Patriarchen von Rußland, der in Moskau residiert, gegeben.

Auf der anderen Seite würden sich Vertreter des Patriarchates gerne mit ausländischen, meist mit der Situation nicht vertrauten katholischen Kirchenvertretern treffen, um mit ihnen Bruderschaft zu trinken.
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