Franciszek Cardinal Macharski Franciszek Cardinal Macharski
Function:
Archbishop of Kraków, Poland
Title:
Cardinal Priest of S Giovanni a Porta Latina
Birthdate:
May 20, 1927
Country:
Poland
Elevated:
Jun 30, 1979
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Ein Pfund Speck oder das Lächeln eines Kindes
Apr 07, 2005
Predigt des Erzbischofs von Krakau S.E. Kardinal Franciszek Macharski während der Hl. Messe im Sanktuarium der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau-Lagiewniki, 29.09.2004.

Vor zwei Jahren hat der Heilige Vater an diesem Platz von einem jungen Mann erzählt, der im Krieg Arbeiter war. Er kam immer zur gleichen Zeit, vormittags und nachmittags, in die Fabrik und studierte außerdem an einem geheimen Priesterseminar Theologie: Hier in Krakau, am Priesterseminar im bischöflichen Palais im Stadtzentrum. Und der junge Mann arbeitete hier in der Nähe in den Solvaywerken. Er hieß Karol Wojtyla.

Vor zwei Jahren hat er in seiner sehr ernsten und bewegenden Ansprache bei der Einweihung der Basilika von diesem jungen Mann gesprochen: “Auf dem Weg zu den Solvaywerken, hier in der Nähe, da rechts, kam er zu dieser Stelle, zu diesem Kloster zum Barmherzigen Jesus, der junge Mann in Holzschuhen.”

Diese Holzschuhe, das war eine von den noch sehr milden Folgen des Krieges. Denn damals gab es sehr viele Alte und Junge in Holzschuhen, obwohl wir nicht in den Niederlanden wohnten und auch nicht im Sauerland. Er war hier zur Anbetung des Barmherzigen Gottes und Jesu Christi.

(Es folgt eine Anknüpfung an einen Evangelientext, in dem vom Mammon die Rede ist):

Wo ist dein Schatz? An wen hältst du dich zu deiner Sicherheit, wo suchst du Schutz? Wem vertraust du? Auf Wohlstand, auf Geld? Auf eine gute Gesundheit? Wo investierst du dich selbst, wo ist dein Herz? Wo findest du die Lösung deiner Probleme? Die endgültige Lösung liegt nicht bei palliativen (= betäubenden) Methoden, sondern sie ist etwas Entscheidendes. Es ist der nahe, barmherzige Gott. Und gerade hier liegt die Prüfung: Nicht mit einem Atemzug zu sagen: “Jesus, ich vertraue auf Dich!” und dann in einem zweiten: “Doch ohne Geld geht es nicht.” Das ist die Möglichkeit, die vor uns steht.

Wen liebt man - Geld oder den Menschen, sich selbst oder Gott und die Mitmenschen? Eine Alternative zeigt uns Jesus, ein entweder oder. Aber was macht man mit dieser radikalen Fragestellung, was macht man mit Geld und Wohlstand, was macht man damit? Es gibt zwei Möglichkeiten. Den einen sagt Jesus: “Verkauft alles und kommt mit mir!” Und er spricht zur gleichen Zeit zu allen, die zu ihm gehören.

(Es folgt ein Hinweis auf den Dienst am Mammon, danach geht es um die Hoffnung des Christen):

Im Abgrund ist nicht der Tod; im Sterben, im Abgrund ist der Barmherzige Gott, der wieder in unser Leben kommt. Mit offenem Herz, mit offenen Händen, Herz und Hände. Mit ganzem Herz, der ganze Gott und alles was größte Bedeutung für den Menschen hat. Nichts ist so klein, dass man es nicht, wie die Opfergaben in der Eucharistie, in die Hände Gottes legen kann. Nichts ist zu klein, das sagt uns heute Jesus.

Ein Pfund Speck oder das Lächeln eines Kindes, eines armen Kindes oder eines Kindes aus reicher Familie, wenn es ein Spielzeug bekommt. Das Lächeln eines Kindes, so wenig? So viel! Wenn nicht der “Speckpater” bis ins Kleinste treu zu Gott und den Menschen gewesen wäre, dann dürften wir uns heute hier nicht treffen. Das Kleinste ist ein Teil des Größten und hat Anteil an der Größe! Hier versteht man dieses Wort von der Göttlichen Barmherzigkeit.

Alle Schritte Jesu auf dem Kreuzweg, alles was er als Kind, als junger Mann, als Erwachsener getan hat, alles was er gedacht und gesagt hat, jedes Wort hat eine unendliche Größe. Das ist das Gleiche mit unseren kleinsten oder auch großen Taten. Die Größe kommt nicht von uns, die Größe kommt von Gott, der Liebe ist. Aber diese Haltung, diese Wendung an wen? An wen, an was wendest du dich? Wo ist dein Schatz? Jesus, du bist mein Schatz, das sage ich.

So viele Leute wiederholen es mit der Formulierung von Schwester Faustyna: “Ich vertraue auf dich, Jesus!” Selbst wenn ich nicht alles verkaufe, um es an die in Not Lebenden zu geben, auch wenn ich das nicht tue, muss ich mich selbst Gott anvertrauen. Überhaupt betrachte ich mich selbst als Diener der Göttlichen Barmherzigkeit und ich werde damit auch Diener Jesu, der von sich selbst sagte, dass er im Dienst an den Menschen Gottes Liebe in die Welt gebracht hat und der   nichts anderes will, als dieses Feuer überall zu entzünden.

Also, Jesus ich vertraue auf dich, um deiner Barmherzigkeit zu dienen und meinen Mitmenschen. Seid Zeugen der Barmherzigkeit. Und der junge Mann in den Holzschuhen hat sich, als er diese Basilika weihte, am Ende, nach der Eucharistie, an Gott, den Barmherzigen Gott gewendet. So hat er dieses Gebet formuliert:

Gott, barmherziger Vater,

der Du Deine Liebe in Deinem Sohn Jesus Christus offenbart

und über uns ausgegossen hast im Heiligen Geist, dem Tröster,

Dir vertrauen wir heute die Geschicke der Welt und jedes Menschen an.

Neige Dich zu uns Sündern herab,

heile unsere Schwäche,

besiege alles Böse,

hilf, dass alle Menschen der Erde Dein Erbarmen erfahren,

und in Dir, dem Dreieinigen Gott, die Quelle der Hoffnung finden.

Ewiger Vater,

um des schmerzvollen Leidens und der Auferstehung Deines Sohnes willen, habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt!

Amen.
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