Franciszek Cardinal Macharski Franciszek Cardinal Macharski
Function:
Archbishop of Kraków, Poland
Title:
Cardinal Priest of S Giovanni a Porta Latina
Birthdate:
May 20, 1927
Country:
Poland
Elevated:
Jun 30, 1979
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German ‚Johannes Paul II. war in seinen letzten Stunden am mächtigsten’
Aug 16, 2005
KATH.NET-Exklusiv-Interview mit Franciszek Kardinal Macharski, Alterzbischof von Krakau und Nachfolger von Johannes Paul II. am Krakauer Bischofssitz, 2. August 2005.

kath.net: Wie geht es der polnischen Kirche ohne Johannes Paul II. Wie groß ist der Verlust?

Kardinal Macharski: Wir erleben es als Verlust und als Gewinn. Er bleibt der, der er für uns war. Es bleibt das, was wir erkannt haben in den letzten Tagen vor seinem Tod, was wir erfahren haben. Papst Johannes Paul II. war in seinen letzten Stunden am mächtigsten. Allerdings ist ein Bildchen vom Papst alleine wie ein leerer Scheck, nur ein Andenken.

kath.net: Das heißt, wir müssen das Andenken mit Leben füllen?

Kardinal Macharski: Im Geschäftsleben geht man für solche leere Schecks ins Gefängnis. Es ist unsere Aufgabe, diese Schecks zu füllen: Wir müssen nach dem Evangelium leben, wie Johannes Paul II. uns das gelehrt hat. Nicht äußerlich, sondern innerlich. Das bedeutet eine tägliche Umkehr.

kath.net: Wie können wir eine lebendige Erinnerung vom Papst behalten?

Kardinal Macharski: Es ist etwas Schönes, wenn man Gedenkveranstaltungen und Konzerte veranstaltet, wie es jetzt in Polen passiert. Aber das Ganze muss von innen kommen, wie zum Beispiel die Freude von Johannes dem Täufer, der sich über das Kommen des Bräutigams freut. Das ganze ist eine schwierige Freude. Aber ich bin nicht der Erste – Er ist der Erste.

kath.net: Herr Kardinal, was sagen Sie zu Papst Benedikt XVI.?

Kardinal Macharski: Benediktus bedeutet „der Gesegnete“ und „der uns Segen bringt“. Wir haben den gewählt, den uns der Heilige Geist gezeigt hat. Das war eindeutig und mühsam – nicht mühsam in dem Sinn, dass man Prüfungen macht und Gespräche abhält, sondern es war ein Ereignis zwischen jedem von uns und dem Heiligen Geist.

kath.net: Welche Bedeutung hat die heilige Schwester Faustyna für Sie persönlich. Welche Rolle spielt sie?

Kardinal Macharski: Sie ist Gottes Sekretärin der Barmherzigkeit Jesu. Sekretärin sein bedeutet, den Menschen Zugang zu verschaffen zu Gottes Barmherzigkeit, das heißt: Zugang zum Chef! Das ist das wichtigste, dass sie den Zugang erleichtert. Sie wusste es ganz genau, sie sagte nicht: Oh, wer bin ich? Der Chef ist wichtiger, sie nimmt sich nicht so wichtig, sondern führt zu Gott. Sie war einfache Dienerin, liebende Dienerin. Die erste Sekretärin war die Mutter Gottes, zum Beispiel in Kana. Er wollte das. Gott hat ihr nicht alles erklärt, erst nach dem Tod, sie hat aber alles im Herzen bewahrt.
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