Javier Cardinal Lozano Barragán Javier Cardinal Lozano Barragán
Function:
President of Pastoral Assistance to Health Care Workers, Roman Curia
Title:
Cardinal Deacon of St. Michael the Archangel
Birthdate:
Jan 26, 1933
Country:
Mexico
Elevated:
Oct 21, 2003
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Lozano Barragán ruft zur Ausrottung der Leprakrankheit auf
Jan 21, 2006
Der weltweite Rückgang der Leprakranken dürfe nicht dazu führen, in den Bemühungen zur Ausrottung dieser Krankheit nachzulassen. Vor dieser Gefahr warnt Kardinal Javier Lozano Barragán, Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, anlässlich des bevorstehenden Welttags der Lepra.

ROM, 19. Januar 2006 (ZENIT.org).- In seiner Botschaft zum 53. Weltlepratag, der am 29. Januar begangen wird, betont der Kardinal, dass die Zahl der gemeldeten Leprapatienten zu Beginn des Jahres 2005 weit über 250.000 lag. Ausgehend von aktuellen Statistiken der Weltgesundheitsorganisation WHO schreibt er: "Zu Beginn des Jahres 2005 gab es in Afrika 47.596 bekannte Leprafälle, in Amerika 36.877, in Südostasien 186.182, im östlichen Mittelmeerraum 5.398 und im West-Pazifik-Raum 10.010. Obwohl uns der wissenschaftliche, pharmakologische und medizinische Fortschritt heute tatsächlich die Möglichkeit schenkt, wirksame Arzneimittel und ebensolche Behandlungsformen einzusetzen, um Lepra im Frühstadium zu heilen, gibt es nach wie vor zahlreiche kranke Menschen und riesige Regionen in der Welt, die aus verschiedensten Gründen, die analysiert und bewertet gehören, noch keinen Zugang zu diesen Möglichkeiten haben."

Auf der anderen Seite zeigten diese Zahlen, dass die Häufigkeit der Leprakrankheit abnimmt. Während 2001 noch 763.262 Krankheitsfälle verzeichnet wurden, habe es 2004 "nur" 407.791 gegeben. Kardinal Lozano bekräftigt aber dennoch: "Die gerechtfertigte und allgemeine Genugtuung angesichts dieser Resultate, die im Kampf gegen die Hansen-Krankheit erzielt werden konnten, sollten nicht zu einem geringerem Einsatz führen oder zum Vergessen der bleibenden Nöte: die Ursachen der Seuche, die nach wie vor existierenden Vorurteile sowie die möglichen Funktionsstörungen im organisatorischem Bereich."

Ein Abflauen des medizinischen Interesses wäre vor allem zu einem Zeitpunkt schädlich, "an dem wir – wenn wir es wirklich wünschten – in der Lage sind, die Leprakrankheit mit einem entschiedenen Schritt in allen Teilen der Welt auszurotten".

Damit dieses Ziel erreicht wird, ruft der Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst zu besonderen Anstrengungen in den Schlüsselbereichen Organisation und Ausbildung auf. Diesbezüglich schreibt Kardinal Lozano Barragán: "Bessere und beständigere Zusammenarbeit zwischen den internationalen Einrichtungen, den nationalen und regionalen Regierungen und jenen Nicht-Regierungsorganisationen, die sich in diesem Feld betätigen, sowie zwischen den Kirchen und Behörden in den entsprechenden Gebieten sind notwendig, um konkrete und vernetzte Hilfsprogramme durchzuführen, die wirkungsvoller auf die gegenwärtigen Bedürfnisse im Bereich der Prävention und der Betreuung jener Menschen eingehen, die an Lepra erkranken können oder an dieser Krankheit leiden."

In jenen Ländern und Regionen, wo die Leprakrankheit besonders verbreitet ist, sollten Gruppen von Sozialhelfern und Krankenpflegern gebildet und geschult werden, um die Krankheit bereits in ihrem Entstehen zu diagnostizieren und bekämpfen zu können. Dazu bedürfe es gut vorbereiteter Schulungseinheiten und "genaue Kenntnisse über jene Gegebenheiten und Regionen, die noch nicht ausreichend versorgt werden oder noch nicht einmal erreicht worden sind."

Der Weltlepratag wurde im Jahr 1954 vom französischen Schriftsteller Raoul Follereay eingeführt, der sein ganzes Leben der Bekämpfung der Hansen-Krankheit widmete. Dank der Einführung der kombinierten Medikamententherapie und den unternommenen Bemühungen konnten in den letzten 20 Jahren über 10 Millionen an Lepra erkrankter Personen geheilt werden. Mindestens 3 Millionen davon sind zwar geheilt, weisen aber infolge ihrer Erkrankung Behinderungen auf und benötigen deshalb besondere gesellschaftliche Unterstützung. Viele neu entdeckte Leprakranke weisen schon vor der Diagnose körperliche Schäden auf.
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