Walter Cardinal Kasper Walter Cardinal Kasper
Function:
President of Promoting Christian Unity, Roman Curia
Title:
Cardinal Deacon of Ognissanti in Via Appia Nuova
Birthdate:
Mar 05, 1933
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Eifriger Vorkämpfer der Ökumene
Apr 13, 2007
Mit Humor und Optimismus geht der Schwabe in Rom zu Werke.

(hnp-online.de, 13.04.2007) Seine Mutter hielt von seinen Zukunftsplänen nichts, doch davon ließ sich Walter Kasper nicht entmutigen: Er studierte Theologie, wurde Pfarrer und machte in der katholischen Kirche Karriere. Nun feiert der ehemalige Bischof von Rottenburg-Stuttgart sein 50. Priesterjubiläum.
Das Lied vom Dialog mit den anderen Kirchen wurde dem Ökumene-Minister des Papstes, Kardinal Walter Kasper, sicher nicht an der Wiege gesungen. Der heutige Präsident des Päpstlichen Einheitsrats wurde im katholischen Heidenheim an der Brenz auf der Ostalb geboren. "Luther war ein schlimmes Wort", sagt der ehemalige Bischof von Rottenburg-Stuttgart schmunzelnd, der auch nach knapp zehn Jahren in Rom seinen gemütlichen schwäbischen Akzent bewahrt hat. Am Wochenende feiert er nun in seiner Heimat sein 50. Priesterjubiläum. Die Stadt Rottenburg plant für ihn einen glanzvollen Empfang. Schon im Alter von fünf Jahren verkündete Kasper seinen Wunsch, Pfarrer zu werden. "Da hat meine Mutter gesagt, du bist viel zu bös", erzählt der 74-jährige mit dem ihm eigenen leisen Humor. Unbeeindruckt von derartigen Urteilen ging Kasper nach dem Krieg nach Tübingen, um dort Philosophie und katholische Theologie zu studieren. Damals war der Besuch der evangelischen Fakultät verboten, erinnert sich der Kardinal, der nur selten im Kardinalspurpur auftritt. "Aber weil es verboten war, war es natürlich besonders interessant, das zu tun." Heute könne man keine Theologie lehren, ohne protestantische Literatur zu verwerten. Kasper verbrachte die Hälfte seines Lebens an den Universitäten vor allem von Tübingen und Münster, unter anderem als Assistent von Hans Küng. Dennoch sieht er seine Hauptaufgabe nicht in der theologischen Auseinandersetzung. Er betont die menschliche Dimension als Grundlage seiner Tätigkeit, zu der auch die Kontakte des Vatikans zum Judentum zählen. "Wenn keine Freundschaft entsteht, kann man den Dialog vergessen, dann ist man immer so gescheit, dass man auf das, was der andere sagt, noch ein Gegenargument hat." Diese Erkenntnis half dem Dialog-Experten, die jahrelangen Spannungen zwischen katholischer und russisch-orthodoxer Kirche zu überwinden, die die Ernennung von Bischöfen durch Papst Johannes Paul II. in Russland ausgelöst hatte. "Wenn man miteinander isst, zusammen spazieren geht, dann entsteht eine Vertrautheit." Nur so könne die Sorge, "der andere möchte mich doch über den Tisch ziehen", überwunden werden. Reinigendes Gewitter Von der oft beschworenen Eiszeit im Dialog mit anderen Kirchen wollte Kasper auch in ärgsten Krisenzeiten nichts wissen. Wenn es um die Ökumene geht, blieb er stets Optimist. Dabei war der Elan des katholisch-lutherischen Dialogs nach der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 spürbar verflogen. Auf den Frühling des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 60er Jahren folge rein klimatisch gesehen der Sommer, in dem es zu reinigenden Gewittern komme, dämpfte Kasper zu Beginn des neuen Jahrtausends den ökumenischen Pessimismus. Mit unverhohlener Enttäuschung reagierte er jedoch auf das Dokument der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zum Priestertum: Das Papier "geht weit hinter wichtige Annäherungen zurück". Am Ende trugen die unermüdlichen Bemühungen des geduldigen Ökumene-Kardinals zumindest für die Beziehungen zur Orthodoxie Früchte: Nach sechsjähriger Pause wurde der theologische Dialog zwischen Orthodoxen und Katholiken 2006 in Belgrad offiziell wieder aufgenommen. In der Zwischenzeit sprach Kasper immer wieder von einer "gewissen Enteisung" im Verhältnis zum Moskauer Patriarchat. Berichte über Pläne für eine Papstvisite in Moskau weist Kasper regelmäßig zurück. Mit seinen orthodoxen Gesprächspartnern arbeitet er aber an einem Treffen zwischen Benedikt XVI. und Alexij II., dem Moskauer Patriarchen, an neutralem Ort - in Wien oder Budapest. Erst wenn diese Begegnung stattgefunden hat, kann Kasper dem Papst den Weg ins Herz der Orthodoxie nach Moskau ebnen. Kasper bemüht sich, Probleme im Verhältnis zu den Orthodoxen aus deren leidvoller Geschichte unter dem Kommunismus zu verstehen. Zugleich beklagt er eine Tendenz zum Extremismus. Auch die katholische Kirche nimmt er davon nicht aus. "Fundamentalismus ist nur eine Form der verunglückten Identitätsvergewisserung", sagt der Kardinal, der sich schon vor seiner Zeit als Bischof von Rottenburg-Stuttgart einen Namen als Theologe gemacht hatte. Mit 31 Jahren zum Professor avanciert, analysierte er damals bereits fundamentalistische Tendenzen als Folge der Suche nach der eigenen Identität in Zeiten der Globalisierung. Extremistische Auswüchse verfolgt Kasper bei allen Glaubensgemeinschaften mit Sorge. Deshalb betont er die Notwendigkeit des Dialogs nicht nur mit christlichen Kirchen sondern auch mit anderen Religionen. Ihm ist dabei aber durchaus bewusst, dass Dialog nicht nur von Würdenträgern, sondern vor allem an der Basis der Gläubigen geführt werden muss. INFO Kardinal Kasper nimmt am Sonntag, 22. April, in Ulm als Redner an einem Ökumenischen Vortragsabend im Münster teil. Beginn: 18 Uhr.
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