Walter Cardinal Kasper Walter Cardinal Kasper
Function:
President of Promoting Christian Unity, Roman Curia
Title:
Cardinal Deacon of Ognissanti in Via Appia Nuova
Birthdate:
Mar 05, 1933
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Je näher wir Christus kommen, desto näher kommen wir den anderen"
Feb 28, 2006
Die Ökumene ist in der globalisierten Welt von heute eine "Antwort auf die Zeichen der Zeit", erklärte Walter Kardinal Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, am Mittwoch an der Universität Regina Apostolorum in Rom.

ROM, 24. Februar 2006 (Zenit.org).- In seiner Vorlesung im Rahmen des Master-Studiums "Ökumene und die Religionen" wies der deutsche Kurienkardinal darauf hin, dass die Menschen dank der neuen Kommunikationsmittel heute einander näher seien und, "ob sie wollen oder nicht, im selben Boot sitzen". Getrennte Christen betrachteten einander heute im Allgemeinen nicht mehr mit Scheu und auch nicht als Konkurrenten, sondern sähen sich vielmehr als "Brüder und Schwestern". Nun hätten sie erkannt: "Das, was sie eint, ist viel größer als das, was sie trennt."

Allerdings sei die Euphorie, die sich unmittelbar nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in der ökumenischen Bewegung einstellte, im vergangenen Jahrzehnt gewichen, um gewissen "Zeichen der Erschöpfung, der Ernüchterung und der Stagnation" Platz zu machen. Einige Experten würden deshalb sogar von einem "neuen Winter in der Ökumene" sprechen, so Kardinal Kasper. Die Hauptursache für diese Entwicklung erblickt er nach eigenen Aussagen in der gegenwärtigen Identitätskrise. "Niemand will von einem gesichtslosen Ganzen absorbiert werden."

Die Tatsache, dass die Kirche Christi in der katholischen Kirche fortdauert, wie in der Dogmatischen Konstitution "Lumen gentium" über die Kirche und im Dekret "Unitatis redintegratio" über den Ökumenismus erklärt wird, schließe nicht aus, dass es "außerhalb der sichtbaren Strukturen der katholischen Kirche nicht nur einzelne Christen, sondern auch kirchliche Elemente gibt, die auf die Einheit hinstreben", sagte Kardinal Kasper. In diesem Zusammenhang zitierte er einen Satz von Johannes Paul II. aus der Enzyklika "Ut unum sint" über den Einsatz in der Ökumene: "Außerhalb der Grenzen der katholischen Gemeinschaft besteht also kein kirchliches Vakuum" (13).

In diesem Sinn bekräftigte Kardinal Kasper, dass der Heilige Geist auch in den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften intensiv am Werk sei. "Die katholische Kirche ist durch die Trennungen der Christen verwundet worden", weshalb es jetzt nötig sei, eine Ökumene zu betreiben, die keine "Einbahnstraße, sondern ein gegenseitiger Lehnprozess" ist.

"Es geht nicht nur um die Bekehrung des anderen, sondern um die Bekehrung eines jeden zu Jesus Christus. Und Bekehrung beginnt immer bei einem selbst." Ökumene bestehe nicht darin, die anderen einfach in die katholische Kirche hineinzuführen, sondern in einem gemeinsamen Wachstum, fuhr der Kardinal fort. "Je näher wir Christus kommen, desto näher kommen wir den anderen."
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