Ignace Moussa I Cardinal Daoud Ignace Moussa I Cardinal Daoud
Function:
Prefect of Oriental Churches, Roman Curia
Title:
Cardinal Bishop, No titular church
Birthdate:
Sept 18, 1930
Country:
Syria
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Die traditionelle Karfreitagskollekte "Pro Terra Sancta"
Mar 18, 2006
Kardinal Daoud warnt vor der Abwanderung von Christen aus dem Heiligen Land

ROM, 16. März 2006 (ZENIT.org).- "Die Präsenz der Christen im Heiligen Land ist notwendiger denn je", insbesondere für ein friedvolles Zusammenleben. Das erklärte Kardinal Ignace Moussa Daoud, Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, im Namen des Heiligen Stuhls in seinem Schreiben an alle Bischöfe der Welt zugunsten der Kollekte "Pro Terra Sancta".

Gemäß dem ausdrücklichen Wunsch der Päpste widmet die Weltkirche den Karfreitag dem Gebet und der Kollekte für die im Heiligen Land ansässigen katholischen Gemeinden und den Unterhalt jener Stätten Orte, die das Gedenken Christi bewahren. Die Kollekte ist jedoch eine Tradition, die auf die Zeit der Urkirche zurückgeht. Es war der Apostel Paulus, der die Gemeinden in Kleinasien dazu aufforderte, die Mitbrüder in Jerusalem zu unterstützen.

Papst Paul V. legte dann in seinem Breve "Coelestis Regis" vom 22. Januar 1618 zum ersten Mal diese Zielsetzung fest. Benedikt XIV. bestätigte sie mit seinem Apostolischen Breve "In supremo militantis Ecclesiae" vom 7. Januar 1746.

"Die Präsenz der Christen im Heiligen Land ist jedoch notwendiger denn je für eine friedvolle Zukunft in jener Region und für das Wohl der gesamten Weltkirche, die an den Heiligen Stätten lebendige Gemeinschaften vorfinden muss, die ihren Glauben an das Evangelium bekennen", heißt es in dem Hirtenwort von Kardinal Daoud, dem emeritierten Patriarchen der syrisch-katholischen Kirche von Antiochien.

Der Kardinalpräfekt erinnert an die historischen Appelle Johannes Pauls II. zugunsten des Friedens im Heiligen Land sowie der dort ansässigen Christen. Anschließend stellt er fest, dass diese Region weiterhin "Schauplatz eines Konfliktes bleibt, der seit Jahrzehnten andauert und der die katholischen Gemeinschaften und Institutionen jener Mittel beraubt, die für die Durchführung und Förderung der religiösen, humanitären und kulturellen Aktivitäten notwendig sind".

Diese Situation "führt zu Armut und Arbeitslosigkeit mit allen schwerwiegenden Folgen für die Familien und die gesamte Bevölkerung. Zudem verstärkt sie das besorgniserregende Phänomen der ständigen Abwanderung von Christen, insbesondere junger Paare, denen keine sichere und würdige Zukunft in Aussicht gestellt ist." Am Ende des 19. Jahrhunderts machten die Christen des Heiligen Lands 25 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, heute hingegen kommen sie nicht einmal auf 2,5 Prozent.

Das Schreiben verweist darauf, dass Benedikt XVI. vom Beginn seines Pontifikats an bei jeder denkbaren Gelegenheit seine Nähe zum Heiligen Land bekundete. Er habe nicht aufgehört, um zu Gebeten für die Stadt Jerusalem aufzurufen, auf dass sie immer mehr "ein Ort der Begegnung zwischen den Religionen und Völkern, dass sie wirklich ein Ort des Friedens sei".

Kardinal Moussa Daoud schließt mit den Worten: "Allen Katholiken der Welt ist es aufgetragen, die christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land durch ihr Gebet und ihre konkrete Solidarität zu begleiten."

Aufgrund des päpstlichen Mandats ist die Kongregation für die Orientalischen Kirchen dafür verantwortlich, das Einschreiten der Weltkirche gegenüber den katholischen Gemeinden und Einrichtungen in den Regionen des Mittleren Ostens zu koordinieren. Die Aktivitäten betreffen Schulen, Bildungs- und Kulturinstitute, Krankenhäuser, Gesundheitszentren sowie karitative Hilfswerke. Des Weiteren sind diejenigen Strukturen einbegriffen, die den Schutz der Heiligen Orte betreffen.

Der Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen ist darüber hinaus auch der Präsident der Generalversammlung des Hilfswerks für die Ostkirchen (ROACO). Dieses Komitee ist eine Vereinigung von über dreißig Hilfswerken aus verschiedenen Ländern, die sich finanziell in unterschiedlichen Sektoren einsetzen: beim Bau von Kirchen, bei der Bereitstellung von Stipendien, bei der Schaffung schulischer und sozialer Einrichtungen. Außer der "Catholic Near East Welfare Association" (USA), die von Papst Pius XI. im Jahr 1928 approbiert wurde, und der Päpstlichen Mission für Palästina (USA), die 1949 entstand, gehören zur ROACO Werke, die in Deutschland, in Frankreich, in der Schweiz, in den Niederlanden und in Österreich finanzielle Mittel beschaffen.
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