Durchbruch bei Beziehungen Vatikan-China möglich
Sept 03, 2005
Zwischen dem Vatikan und China könnte es nach Einschätzung des belgischen Kardinals Godfried Danneels in absehbarer Zeit einen Durchbruch bei den Bemühungen um die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen geben.
Brüssel (Reuters, Aug 19, 2005) - "Der Vatikan hat zurzeit noch keine diplomatischen Beziehungen zu China, aber ich ahne, dass es einen Durchbruch geben könnte", sagte Danneels der belgischen Zeitung "De Morgen" vom Freitag. Seit 1951 gibt es keine diplomatischen Beziehungen mehr zwischen der römisch-katholischen Kirche und China, wo zwei Jahre zuvor die Kommunisten die Macht übernommen hatten. China steht unter Druck westlicher Menschenrechtsorganisationen, die der Regierung in Peking Unterdrückung des katholischen Glaubens vorwerfen. China weist diese Vorwürfe zurück.
Danneels sagte, es sei sehr wichtig für die katholische Kirche, gute Beziehungen zu China zu haben. Nach Einschätzung des Vatikan gehören rund acht Millionen Chinesen der römisch-katholischen Kirche an, praktizieren ihren Glauben aber heimlich. Rund fünf Millionen Chinesen gehörten zudem Kirchen an, deren Bischöfe von der Regierung in Peking ernannt werden, so der Vatikan.
Danneels wird als einflussreicher Kardinal angesehen und war auch als möglicher Nachfolger des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. gehandelt worden. Eine wegen des Todes des Papstes verschobene Reise nach China will er kommendes Jahr nachholen.