„Große Ehre für einen Sohn unseres Erzbistums“
Jan 03, 2008
Viele hundert Menschen haben am vergangenen Sonntag dem neuen Kardinal aus dem Erzbistum Paderborn, Erzbischof Paul Josef Kardinal Cordes, einen freudigen Empfang bereitet.
(SauerlandKurier) 02.01.2008 Der frühere Paderborner Weihbischof und jetzige Präsident des Päpstlichen Rates „Cor unum“ war Ende November von Papst Benedikt XVI. in den Rang eines Kardinals erhoben worden. Das Erzbistum Paderborn ehrte ihn mit einem feierlichen Pontifikalamt im Hohen Dom und einem Festakt in der Kaiserpfalz.
Erzbistum empfängt den neuen Kardinal Cordes in der Heimat Paderborn.
Kardinal Cordes feierte den Gottesdienst gemeinsam mit Erzbischof Hans-Josef Becker, dem Apostolischen Nuntius in Deutschland Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, dem emeritierten Würzburger Bischof Dr. Paul-Werner Scheele sowie den Paderborner Weihbischöfen Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Matthias König. Außerdem konzelebrierten der Apostolische Protonotar und frühere Kolping-Präses Heinrich Festing, der im Jahr 1961 gemeinsam mit Kardinal Cordes zum Priester geweiht wurde, und Pfarrer Georg Wagener aus Kirchhundem, dem Geburtsort von Kardinal Cordes.
Aus den Händen von Erzbischof Becker (rechts) erhielt Kardinal Cordes eine Statue des hl. Liboirus aus dem 19. Jahrhundert. Foto: SK
Aus den Händen von Erzbischof Becker (rechts) erhielt Kardinal Cordes eine Statue des hl. Liboirus aus dem 19. Jahrhundert. Foto: SK
In seiner Predigt gab der neue Kardinal aus dem Sauerland einen kuren Rückblick auf sein Leben. Er tue dies vor allem, um auf Gott zu verweisen, „denn ihn heute zu übersehen, wäre eine fatale Blindheit in Glaubensdingen“. Unter anderem kam er auf seine Berufung zum Priestertum zu sprechen: Nach seinem Eintritt ins Leokonvikt habe er erfahren, dass eine Franziskanerin in seinem Heimatort schon lange dafür gebetet habe, dass Gott aus ihm einen Priester mache. „Sie überzeugte mich davon, dass das Gebet Macht hat, wenn der Betende sich ganz dem Willen Gottes anheim gibt“, so Cordes. Auch seinen Wechsel von Paderborn nach Rom bezeichnete er als „Eingriff Gottes in mein Leben“: Als Papst Johannes Paul II. ihn in den Vatikan gerufen habe, sei er sicher gewesen „dass aus diesem Mann Gottes Wille für mich sprach“. Solche Erfahrungen seien für ihn ein Beleg, dass Gott viele Eingriffsmöglichkeiten habe und immer am Werk sei.
Festakt in der Kaiserpfalz
Beim anschließenden Festakt in der Kaiserpfalz erinnerte Erzbischof Becker in seiner Ansprache an die Bischofsweihe von Kardinal Cordes im Jahr 1976. Diese stehe ihm noch lebhaft vor Augen, „weil mir damals als Seminarist die Aufgabe zukam, die Mitra des neu erwählten Bischofs zu halten“. Wenn dieser ehemalige Weihbischof sein Heimatbistum nun als Kardinal besuche, schließe sich ein Kreis zwischen seiner Berufung ins Bischofsamt und seiner Erwählung ins Kardinalskollegium. „Wir sind dem Heiligen Vater dankbar für seine Entscheidung, einen Sohn unseres Erzbistums auf diese besondere Weise zu ehren“, so Erzbischof Becker.
Auch er hob hervor, welch große Bedeutung der verstorbene Papst Johannes Paul II. für Kardinal Cordes gehabt habe. Johannes Paul sei es gewesen, der ihn 1980 als Vize-Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien in den Vatikan gerufen und ihm 1995 die Leitung des päpstlichen Rates „Cor Unum“ anvertraut habe. Der Erzbischof würdigte ferner die Verdienste, die sich der gebürtige Sauerländer als „Entwicklungshilfeminister“ des Papstes erworben habe. Auf zahlreichen Dienstreisen in viele Krisen- und Konfliktgebiete der Welt habe er den Menschen die Solidarität des Papstes überbringen und konkrete Hilfe vermitteln können.
Dabei sei es für Cordes als Cor Unum-Präsidenten von größter Bedeutung, dass das caritative Handeln der Kirche und der kirchliche Verkündigungsauftrag untrennbar zusammengehörten. Es dürfe Kardinal Cordes mit Freude und Dankbarkeit erfüllen, dass Papst Benedikt XVI. mit seiner ersten Enzyklika „Deus Caritas est“ dieses „spezifische Liebeshandeln der Christen und der Kirche“ aufgegriffen habe. Als Geschenk des Erzbistums Paderborn überreichte Erzbischof Becker dem Kardinal eine Statue des heiligen Liborius aus dem 19. Jahrhundert.
„Einem Globetrotter tut es gut, wenn er irgendwo ein Standbein hat“, sagte Kardinal Cordes den vielen hundert Zuhörerinnen und Zuhören, nachdem er sich ins Goldene Buch des Erzbistums Paderborn eingetragen hatte. Die ihm überreichte Statue des heiligen Liborius werde ihn stets an dieses Standbein erinnern. Er freue sich, in Paderborn zu sein und spüren zu dürfen, „dass es hier Menschen gibt, die mich geistig begleiten wollen und die mir wohl wollen“.