Rüttgers würdigt Kardinal Cordes als „streitbaren Kirchenmann“
Nov 26, 2007
Die Kardinalserhebung von Paul Josef Cordes ist nach den Worten von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ein großer Tag für sein Bundesland und alle Deutschen.
(Radio Vatikan, 25/11/2007) Bei einem Empfang in der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl würdigte er am Samstagabend in Rom den neuen Kardinal als „streitbaren Kirchenmann, der sich verzehrt für das, was er glaubt, für den, an den er glaubt und für das, was er für richtig hält“.
Dem gebürtigen Sauerländer und Präsidenten des päpstlichen Hilfswerks Cor unum gebühre Dank dafür, dass „die, die in Armut, Krieg und Hunger leben, nicht alleine sind“, sagte Rüttgers. Der Ministerpräsident überbrachte auch Glückwünsche von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei gut, in Cordes jemanden an der Kurie zu wissen, der die Vorgänge in Deutschland nicht nur mit wachem Auge, sondern auch mit innerer Anteilnahme verfolge, sagte Rüttgers im Namen der Kanzlerin. Der Ministerpräsident erinnerte auch an die Reise des
Cor-unum-Präsidenten in den Irak, mit der er der Bevölkerung unmittelbar nach dem Krieg 2003 die Solidarität der Kirche bekundet habe. Weiter hob er die Mitarbeit von Cordes an der ersten Enzyklika Benedikt XVI., „Deus caritas est“ (Gott ist die Liebe), hervor.
Auch Botschafter Hans-Henning Horstmann lobte den Einsatz des Kardinals für soziale Belange. Die Caritas als christliche Nächstenliebe sei für ihn stets „eine Kardinaltugend“ gewesen. Ausdrücklich würdigte Horstmann auch Cordes' Beitrag für die Ausrichtung der Weltjugendtage. Der neue Kardinal, von 1980 bis 1995 Vizepräsident des Päpstlichen Rats für die Laien, ist einer der Architekten der seit 1984 bestehenden internationalen Großveranstaltungen.
Cordes bekräftigte seinerseits seine Verbundenheit mit Deutschland, besonders mit seiner süd-westfälischen Heimat. Ihm sei bewusst, dass „internationale Präsenz ein festes Standbein zu
Hause braucht“. Zugleich betonte er die Bedeutung einer weltweiten kirchlichen Hilfstätigkeit. Wenn Kirche das Evangelium glaubwürdig verkünden wolle, müsse dies „durch die Tat“
geschehen. Umgekehrt müssten sich karitative Dienste der Kirche von anderen humanitären Organisationen durch ein erkennbar christliches Profil unterscheiden, verlangte der Kardinal.