Joseph Cardinal Zen Ze-kiun, S.D.B. Joseph Cardinal Zen Ze-kiun, S.D.B.
Function:
Bishop of Hong Kong [Xianggang]
Title:
Birthdate:
Jan 13, 1932
Country:
Hong Kong
Elevated:
Mar 24, 2006
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German Peking fordert den Vatikan heraus
May 09, 2006
Chinas patriotische Katholiken wollen trotz der Proteste aus Rom weiter Bischofsernennungen vornehmen

(Die Welt, 6. Mai 2006) Peking - China und der Vatikan stehen nach der angekündigten Exkommunizierung von zwei chinesischen Bischöfen durch Papst Benedikt XVI. vor einer neuen Eiszeit. Vatikan-Sprecher Joaquín Navarro-Valls hatte die Verurteilung der diese Woche zu Bischöfen ernannten Priester Joseph Ma Yingling von Kunming und Joseph Liu Xinhong von Wuhu in Anhui mit der "schweren Verletzung der Einheit der Kirche" begründet. Ihre Ernennungen erfolgten ohne Einverständnis des Papstes. Ihre Ordinationen seien "illegitim". Nach kanonischem Recht hätten sie mit Sanktionen zu rechnen. Besonders empörte den Vatikan, daß sich Chinas staatliche Bischofskonferenz über alle Kritik aus Rom und von Hongkongs Kardinal Joseph Zen hinwegsetzte und überhastet die Bischofsweihen durchsetzte. Die Exkommunizierungen seien daher auch eine Warnung, um Chinas Kirche von weiteren derartigen Aktionen abzuhalten.

Pekings Außenministerium reagierte am Freitag überrascht und will erst nach Ende der Maifeiertage zu den politischen Auswirkungen Stellung nehmen. Chinas Regierung hatte jüngst eine Normalisierung ihres Verhältnisses zur römischen Kurie in Aussicht gestellt, aber von zwei Bedingungen abhängig gemacht: vom Ende diplomatischer Beziehungen des Vatikans zu Taiwan und von seiner Nichteinmischung in die innere chinesische Kirchenpolitik.

Der Vizevorsitzende der patriotischen katholischen Vereinigung, Antonius Liu Bainian, beharrte gegenüber der WELT auf dem Recht seiner Kirche, Bischöfe selbständig zu ernennen. "Wir können damit auch nicht warten. Uns fehlen fast 50 Bischöfe. Wo immer es geeignete Kandidaten gibt, werden die Diözesen sie wählen und ernennen." Liu, dem vom Hongkonger Kardinal Zen vorgeworfen wird, aus politischen Motiven eine Aussöhnung mit dem Vatikan zu hintertreiben, sprach von einem Mißverständnis Roms. "Solange es keine Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Regierungen Pekings und des Vatikans gibt, sitzen chinesische Katholiken zwischen den Stühlen."

Unabhängige Kirchenexperten werten die jüngsten Bischofsweihen, bei denen Kandidaten gewählt wurden, die für "ihre patriotische Gesinnung" bekannt sind, als eine von Peking demonstrativ inszenierte Herausforderung Roms. Dennoch wundert sich Religionsforscher Jean-Paul Wiest vom Zentrum für asiatische Studien an der Universität Hongkong über die ungewöhnlich harte Reaktion von Papst Benedikt XVI. Keiner von dessen Vorgängern hatte bisher einen chinesischen Bischof exkommuniziert, obwohl die vom Vatikan unabhängige katholische Staatskirche seit 1958 mehr als 50 Bischöfe selbständig ernannt hat. 1951 hatte der Vatikan mit Blick auf Chinas Entwicklung ein Dekret über die Exkommunizierung von Bischöfen erlassen, die ohne vorherige Einwilligung des Papstes gewählt wurden. Rom setzte seine Drohung nie um.
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